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Auch schon bald in Vergessenheit geraten dürfte BMI, oder British Midland Airways, wie sich die britische Fluggesellschaft Jahrzehnte lang nannte. Zur damaligen Flotte gehörten elf Airbus A320-232. Viele davon wurden nach der Integration in British Airways 2012 gleich mit übernommen, nicht jedoch die hier abgebildete G-MIDZ. Die im Januar 1999 direkt ab Werk übernommene Maschine verliess die Flotte bereits im Sommer 2009 und stand anschliessend noch 10 Jahre bei TAME in Ecuador im Einsatz, bevor sie in Marana parkiert wurde.

Ein Bild aus Zeiten, in welchen Air Baltic noch hauptsächlich die nationale Fluglinie Lettlands war und als solche Riga mit den wichtigsten europäischen Destinationen verband. Zum Einsatz kamen dabei Boeing 737-300 und -500, zum Beispiel die B737-548 YL-BBF, welche ursprünglich 1990 an Aer Lingus ausgeliefert wurde und im Oktober 2004 zu Air Baltic kam. Interessanterweise hat sich das äussere Erscheinungsbild der Airline seither abgesehen von kleinen Anpassungen wie das Verschwinden der silbernen Triebwerksverschalungen und dem heute grösseren Schriftzug sowie der bis unter das Höhenruder gezogene Grünton nicht mehr verändert.

YL-BBF

c/n: 24878

s/n: 1939

Francesco Frasa 8.6.2006 CDG

Das Leningrader Direktorat der Aeroflot operierte nach der Wende als Pulkovo Aviation Enterprise weiter und trug somit den Namen des Flughafens der zweitgrössten Stadt Russlands, welche ihren ursprünglichen Namen St. Petersburg zurück erhielt. Noch bis Mitte der Nullerjahre ausschliesslich mit Fluggerät von sowjetischen Herstellern unterwegs, beschaffte sich die Petersburger Airline ab Sommer 2005 fünf Boeing 737-548 aus Beständen von Aer Lingus, darunter die EI-CDD. Nach der Eingliederung von Pulkovo in Rossiya flog sie noch einige Jahre für den Zusammenschluss, bevor sie 2012 in Goodyear geparkt wurde.

EI-CDD

c/n: 24989

s/n: 1989

Francesco Frasa 8.6.2006 CDG

BAe 146-300 der Eurowings, wie die abgebildete D-AQUA, waren Mitte der Nullerjahre noch ein alltägliches Sujet an europäischen Flughäfen. Die deutsche Regionalfluggesellschaft betrieb zehn Stück und trennte sich erst 2010 von den letzten Exemplaren. Die D-AQUA, ursprünglich im September 1991 als HB-IXZ an Crossair ausgeliefert, verliess als drittletzte die Flotte und gelangte über Umwegen zu FlyTanzania als 5H-FTZ. Sie wurde 2015 in Dar es Salaam verschrottet.

Elf Embraer 135/145 betrieb Luxair ab Ende der 90er-Jahre, darunter der ERJ-145LU LX-LGZ. Er verliess die Airline aus dem Grossherzogtum im November 2016 und steht seither bei der französischen Amelia als F-HRAM im Einsatz.

LX-LGZ

c/n: 145258

s/n: 258

Francesco Frasa 13.3.2006 CDG

Mitte der Nullerjahre bildeten insgesamt sieben CRJ100/200 das Rückgrat von Adria Airways, entsprechend waren diese auch regelmässig an Europas Flughäfen anzutreffen, so auch in Paris-CDG. Der CRJ-200LR S5-AAE stand von November 1998 bis Januar 2014 beim slowenischen Flagcarrier im Einsatz und wurde daraufhin in Ljublijana abgestellt. Adria stellte im September 2019 nach fast 60 Jahren Aktivität den Betrieb ein.

Aus der litauischen Aeroflot-Division nach dem Zerfall der UdSSR hervorgegangen, stellte Lithuanian Airlines (später FlyLAL) in den ersten Jahren der Unabhängigkeit die Anbindung Litauens an die grossen europäischen Drehkreuze sicher, so auch nach Paris-CDG. Ihre sieben Saab 2000 waren am Pariser Grossflughafen mitunter fast die einzigen nicht strahlenbetriebene Flugzeuge. Die heute noch immer als SE-LOM bei der schwedischen Air Leap aktive, hier abgebildete LY-SBK hatte in ihrer dreissigjährigen Geschichte auch zwei schweizer Episoden: Ausgeliefert wurde sie im April 1996 als HB-IZS an Crossair, zudem stand sie ab Mai 2017 für eineinhalb Jahre mit der gleichen Kennung auch noch für SkyWork im Einsatz.

Vueling, im Februar 2004 an den Start gegangen, war im Frühling 2006 im Gegensatz zu heute noch eher eine Randerscheinung auf Europas Flughäfen. Paris gehörte mit Brüssel zusammen zu den ersten internationalen Destinationen, entsprechend Freude bereitete dem damals natürlich nichts von der Entwicklung des spanischen Lowcosters ahnenden Fotografen die Aufnahme des Airbus A320-214 EC-JSY. Der Zweistrahler, am Tag der Aufnahme genau seit acht Tagen zu Flotte gehörend, fliegt seither ununterbrochen bei Vueling und ist damit das dienstälteste Flugzeug der Airline.

EC-JSY

c/n: 2785.0

Francesco Frasa 8.6.2006 CDG

Eine sehr kurzlebige Erscheinung war Air Madrid. Die 2003 gegründete Airline wollte ab Madrid und Barcelona günstige Flüge nach Lateinamerika anbieten. Dafür wurden mehrere Airbus A330 und ein Airbus A340 eingesetzt. Um das Angebot mit Zubringerflügen im innereuropäischen Kontinentalverkehr anbieten zu können, beschaffte man sich im Frühjahr 2005 zwei A319-132 aus Beständen der Independence Air, welche als EC-JQT und EC-JQU (im Bild) registriert wurden. Im Dezember 2006 meldete Air Madrid Insolvenz an. Die abgebildete EC-JQU wurde anschliessend von Sichuan Airlines übernommen und stand dort noch fast zwanzig Jahre im Einsatz, bevor sie im April 2025 in Chengdu abgestellt wurde.

Im Frühling 2006 führte die damalige Neugründung und heutige ACMI-Spezialistin Hi Fly, welche erst wenige Wochen zuvor das AOC erhalten hatte, auch eigene Linienflüge durch, etwa nach Paris Orly. Eingesetzt wurden zu Beginn zwei A320-211 aus Air Luxor-Beständen, CS-TQG (Baunummer 22) sowie die abgebildete CS-TQH (Baunummer 23). Beide waren ursprünglich im November 1988 an Ansett Australia ausgeliefert worden. Wenige Monate nach dieser Aufnahme wurden die beiden A320 ausgemustert und verschrottet.

CS-TQH

c/n: 23

Francesco Frasa 11.5.2006 ORY
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