 | Eine weitere Regionaltochter von Air France war Airlinair. Sie bediente grösstenteils ab Paris Orly kleinere regionale Flughäfen in Frankreich mit einer aus ATR 42 und 72 bestehenden Flotte. Die ATR 72-202 F-GPOC war von März 2001 bis Ende Oktober 2013 Teil der Flotte von Airlinair. Anschliessend wurde sie von der kanadischen Calm Air als C-FJCQ übernommen, wo sie Stand Anfang 2026 noch immer aktiv ist. |
 | Die älteste der damaligen Air France-Töchter war die 1973 im bretonischen Morlaix gegründete Brit Air. Ursprüglich mit dem Ziel abgehoben, unabhängig vom fernen Paris die Anbindung der Bretagne mittels Flugverbindungen sicherzustellen, wurden schon in den 80er-Jahren Feeder-Dienste für Air Inter und Air France angeboten. Im Jahr 2000 sicherte sich der französische Flagcarrier die Aktienmehrheit, das Erscheinungsbild entsprach fortan jenem der Muttergesellschaft. Mitte der Nullerjahre operierte Brit Air mit CRJ-100/200, CRJ-700 und Fokker 100. Teil der Flotte war von März 1998 bis Mai 2015 auch die CRJ-100ER F-GRJM. Sie wurde anschliessend an RusLine in Russland veräussert, wo sie noch heute als RA-67151 aktiv ist. |
 | CityJet, heute vor allem bekannt als ACMI-Partner von SAS und mit einer aus CRJ-900/-1000 bestehenden Flotte aktiv, war damals in gleicher Funktion, aber mit zahlreichen BAe 146 für Air France unterwegs. Entsprechend häufig waren die BAe 146-200A und ihre Schwestermaschinen ab Paris nach ganz Europa unterwegs, am Zürcher Flughafen bekam man auf Flügen von Air France fast keine anderen Flugzeuge mehr zu sehen. Der 1985 an PSA ausgelieferte kleine Vierstrahler verliess die CityJet-Flotte im Januar 2008, wurde von der Luftwaffe Boliviens übernommen und im Jahr 2011 in La Paz abgestellt. |
 | Aerocondor wurde ursprünglich 1951 in Cascais bei Lissabon als Flugschule gegründet. Später war man auf mehreren Strecken im innerportugiesischen Verkehr tätig. Ab Dezember 2004 übernahm man die Durchführung der staatlich subventionierten innerfranzösischen Verbindung zwischen Paris Orly und der südwestfranzösischen Kleinstadt Agen, zwischen Bordeaux und Toulouse an der Garonne gelegen. Dabei kam die ATR 42-320 CS-TLR zum Einsatz. Im April 2007 erfolgte die Aufgabe der Strecke, ein Jahr später wurde der Betrieb ganz aufgegeben. Der 1988 an die mexikanische Aeromar ausgelieferte Turboprop flog noch einige Jahre weiter, zunächst in Afrika bei Fly540 und zuletzt auf den Kanaren als EC-LMX bei Canary Fly. Im Herbst 2014 wurde er ausser Dienst gestellt und in Shannon verschrottet, wobei der Rumpf in einem Stück in den Süden Irlands bei Kilbrittain, nähe Cork, transportiert wurde, wo er seither auf einem Testgelände für Bombensuchroboter steht. |
 | Die heutige Air Corsica nannte sich im März 2006 noch CCM Airlines, wobei CCM für Compagnie Corse Méditerranée stand. Damals wie heute stellte sie die Anbindung an die französische Mittelmeerinsel Korsika auf dem Luftweg sicher. Nebst mehreren ATR wurden zu diesem Zweck auch zwei A320-214 betrieben, welche praktisch täglich auf der Rennerstrecke nach Paris Orly zum Einsatz kamen. Auch hinter der abgebildeten F-GYFL verbirgt sich ein kleines Stück schweizer Luftfahrtgeschichte, wurde der Zweistrahler doch im September 1995 als HB-IJC an Swissair ausgeliefert. Heute steht er übrigens am Flughafen Hahn als Übungsflugzeug mit der fiktiven Registration D-ABWH. |
 | Blue Line war von 2002 bis 2010 aktiv und operierte im Frühjahr 2006 mit zwei MD-83 sowie zwei Fokker 100, wovon eine die F-GNLG war. Die Fluggesellschaft mit Basis in Paris-CDG war vorwiegend im Bereich Vollcharter für Reiseveranstalter oder Sportmannschaften, ACMI-Dienstleistungen für andere Airlines oder VIP-Flüge tätig. Nach der Betriebseinstellung im Oktober 2010 wurde für die F-GNLG kein Betreiber mehr gefunden, so dass sie im Februar 2012 in Norwich verschrottet wurde. |
 | Europe Airpost, zuvor auch bekannt als Aéropostale, war ein Ableger der französischen Post und betrieb damals mehrere Boeing 737-300QC, welche üblicherweise tagsüber Linien- und Charterpassagierflüge flogen und nachts im Fracht- und Paketlieferdienst zum Einsatz kamen. Später wurde sie Teil der irischen ASL-Gruppe und tritt heute als ASL Airlines France auf. Die B737-3B3 F-GIXE war von Juni 1992 bis Dezember 2015 Teil der Flotte. Sie ist heute als ER-BTC bei der moldawischen Terra Avia noch immer aktiv. |
 | Im Leisure-Segment tätig war die 1995 als Star Europe gegründete Star Airlines, wobei "Star" ein Akronym für Société de Transport Aérien Régional war. Die Flotte bestand im Frühling 2006 aus zwei Airbus A330-200 und vier Airbus A320-214, darunter die F-GRSE, welche im Februar 1997 direkt ab Werk übernommen wurde. Wenige Monate vor dieser Aufnahme erfolgte ein Besitzerwechsel an die isländische Holding Avion Group, in deren Portfolio sich bereits Air Atlanta Icelandic und Excel Airways befanden. Noch im November desselben Jahres wurde die Fluggesellschaft auf XL Airways France umbenannt und war fortan als solche noch bis Herbst 2019 aktiv, als sie den Betrieb aufgeben musste. Die F-GRSE wurde bereits im April 2008 an TAME in Ecuador veräussert, wo sie noch sechs weitere Jahre aktiv war, bevor sie abgestellt wurde. |
 | Eine traditionsreiche Marke in der französischen Luftfahrt war zweifellos die im Spätsommer 2019 verschwundene Aigle Azur. Bereits 1946 zum ersten Mal gegründet und 1955 an UAT (Vorgängerin von UTA) veräussert, erfolgt 1970 eine Neugründung unter dem Namen Lucas Air Transport, später Lucas Aigle Azur. Ab 2001 nennt sich die Airline nur noch Aigle Azur und konzentriert sich zunehmend auf den Verkehr zwischen Frankreich und Algerien, wobei sie auch vom Wegfall der zuvor stark in diesem Markt operierenden Khalifa Airways profitiert. Nebenbei werden auch weitere internationale Ziele bedient. Zur Flotte gehört im Frühling 2006 auch der aus Beständen von MyTravel Airways übernommene Airbus A321-211 F-GUAA. Er bleibt bis im Frühjahr 2014 bei Aigle Azur, daraufhin folgen als weitere Stationen AtlasGlobal (TC-ATY), Small Planet Germany (D-ASPD) und Air Moldova (ER-AXR), bevor er ab Frühjahr 2023 zum Frachter umgebaut wird und im Herbst 2025 zu FlyCAA nach Kongo Kinshasa ausgeliefert wird, wo er als 9S-AJM eingesetzt wird. |
 | Air Méditerranée, 1997 zunächst als Air Midi Bigorre an den Start gegangen, um Pilgerflüge nach Lourdes anzubieten, war Mitte der Nullerjahre ebenfalls im umkämpften französischen Ferienflugmarkt aktiv. Sie betrieb unter anderem sieben Airbus A321, darunter der A321-111 F-GYAO. Dieser dürfte manch einem langjährigen schweizer Aviatikfreund gut bekannt sein, wurde er doch im Januar 1997 als HB-IOG an Swissair ausgeliefert. Nachdem sich für ihn kein Platz in der Flotte des 26/26-Phönix-Projekts, welcher zur Swiss International Airlines führte, fand, gelangte er im Juli 2002 zur französischen Airline. |