Basler Lucky Strike-Hangar wird für Neubauprojekt abgebrochen
28.10.2026 Quelle: Werner Solterman, bsl-mlh-planes.net
Der EuroAirport und die Flugschule Basel (FSB) bestätigen, dass im Zusammenhang mit dem Entscheid des EuroAirport, den Betrieb der Leicht- und Freizeitaviatik, die in der Zone Nord des Flughafens angesiedelt ist, spätestens per Ende 2026 einzustellen, auch die beiden markanten, historischen Holzhangars im Verlaufe des kommenden Jahres abgebrochen werden.
Beide Gebäude stammen aus den 1920er Jahren und haben eine lange Geschichte, denn sie wurden ursprünglich noch am Flughafen Basel-Sternenfeld in Birsfelden errichtet. Im Zuge der Schliessung des Sternenfelds wurden sie um 1946 fachmännisch abgebaut und bis 1950 am zwei Jahre zuvor neu eröffneten bi-nationalen Flughafen Basel/Mulhouse wieder aufgebaut. Der grössere der beiden Hangars, der lange von Balair genutzt wurde, erhielt eine markante Werbung für die Zigarettenmarke «Lucky Strike». Sie trug ihm seinen Namen ein, unter dem das längst seiner Werbung beraubte Gebäude heute noch in Aviatikkreisen der Region bekannt geblieben ist.
Die Aufnahme der Swissair DC-3D HB-IRC erklärt ohne weitere Worte, wie der markante Holzhangar am Basler Flughafen zu seinem Spitznamen gekommen ist, der auch nach Entfernung der Werbung «hängenblieb» (Sammlung Nicky Scherrer, Basel, Juni 1962).
Nach der Eröffnung des neuen Terminals an seiner heutigen Stelle südlich des alten Flugplatzgeländes wurde das Gebiet für die Leichtaviatik genutzt. So diente der «Lucky Strike»-Hangar weiterhin der Unterbringung von Flugzeugen der allgemeinen Luftfahrt und auch von Oldtimern.
Wie der Flughafen ausführt, entsprechen die Hangars den heutigen Sicherheitsauflagen nicht mehr und müssten umfassend saniert werden, was sich aus Kostengründen nicht rechtfertigen lasse und bezüglich Brandschutz wohl auch an technische Grenzen stossen dürfte.
Die Flächen der «Zone Nord» werden nach dem Wegzug der bisherigen Betreiber für die strategisch wichtigen Entwicklungen im Rahmen des Terminalanbaus (EMT Landside) vorerst für logistische und bauliche Abwicklungen genutzt, bevor die Arbeiten am eigentlichen Projekt im Herbst kommenden Jahres starten.
oben: Das Gelände der General Aviation inklusive der Flugschule Basel umfasst neben den beiden markanten, seit den Gründungszeiten des Flughafens in Blotzheim aufgebauten - erkennbar hinter dem Heck und unter dem Bauch der beinahe ebenso ikonischen Balair MD-82 HB-INB - weitere Hangars neueren Datums für die Unterbringung von Sportflugzeugen. Alle diese Installationen müssen im Rahmen des Erweiterungsprojekts «Zone Nord» weichen. Bis im Frühjahr 2027 entsteht ein Bau-Installationsplatz, später soll das Flughafen-Betriebsgelände selbst nördlich des bestehenden Vorfelds zur «Zone Nord» erweitert werden (Lukas Lusser, Basel, 16.5.92)
unten: Inzwischen hat der Zahn der Zeit am «Lucky Strike»-Hangar genagt und sichtbare Spuren des Alterns hinterlassen, so dass er im Hintergrund der EasyJet Switzerland A320-251N HB-AYN beinahe mit dem Schwarzwald verschmilzt. Gut sichtbar sind jedoch auch Jahrzehnte nach der Entfernung der namensgebenden Zigarettenwerbung noch die Befestigungen, an denen der «Lucky Strike»-Schriftzug einst angebracht wurde. Eine Sanierung des an und für sich historischen und wertvollen Zeitzeugens aus der Anfagszeit des binationalen Flughafens Basel/Mulhouse, beispielsweise als Bestandteil eines Museums, als Eventlocation oder weiterhin für betriebliche Zwecke ist aus Sicht heutiger Sicherheits- und Brandschutzvorschriften finanziell nicht zu rechtfertigen und technisch hürdenreich, heisst es seitens der Verantwortlichen (Lukas Lusser, Basel, 25.2.22).
Landseitige Terminalerweiterung als Leuchtturmprojekt des Investitionsprogramms
Die Modernisierung der Infrastruktur und die Verbesserung des Reiseerlebnisses gehören zu den strategischen Prioritäten des EuroAirport. Im Rahmen eines mehrjährigen Investitionsprogramms investiert der Flughafen über einen Zeitraum von sieben Jahren insgesamt mehr als 600 Millionen Euro in unterschiedliche Infrastrukturprojekte. Rund die Hälfte dieser Mittel ist für Massnahmen zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität vorgesehen.
Die landseitige Modulare Erweiterung des Terminals (EMT Projekt) mit einem Investitionsvolumen von gut 157 Millionen Euro bildet das Leuchtturmprojekt dieser Qualitätsoffensive. Ziel ist es, die bestehende Infrastruktur umfassend zu modernisieren, die betrieblichen Abläufe zu optimieren und die Service- und Aufenthaltsqualität für Passagiere sowie Besucherinnen und Besucher nachhaltig zu steigern.
Einfachere Passagierwege und höhere Aufenthaltsqualität
Das Projekt umfasst einen Neubau von rund 14 000 m² an der öffentlich zugänglichen Ostfassade des Terminals sowie umfassende Renovierungsarbeiten auf rund 15 000 m² im bestehenden Gebäude.
Künftig sollen die Sicherheitskontrollen in einem neuen Gebäude zusammengeführt und die Passagierwege einfacher und intuitiver gestaltet werden. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen geschaffen, um das gastronomische Angebot und den Duty-Free-Bereich attraktiver zu gestalten. Im Zuge der Arbeiten wird zudem die Zufahrt zum Terminal neu organisiert.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die qualitative Verbesserung der bestehenden Infrastruktur. Mit der landseitigen Terminalerweiterung werden keine zusätzlichen Kapazitäten zur Abfertigung von Flugzeugen geschaffen.
Baubeginn im dritten Quartal 2027 vorgesehen
Mit der Zustimmung der zuständigen Stellen in Frankreich und der Schweiz ist ein wichtiger Schritt im Genehmigungsverfahren erfolgt. Gemäss den Bestimmungen des Staatsvertrags zum EuroAirport muss der Investitionsbeschluss des Flughafenverwaltungsrats von den zuständigen Behörden in der Schweiz und in Frankreich genehmigt werden. Auf schweizerischer Seite erfolgt dies durch den Bund im Einvernehmen mit den beiden Kantonen, auf französischer Seite durch die DGAC.
Der Beginn der Bauarbeiten ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen, der Abschluss gegen Ende 2031.