Steht schon bald ein A340 im Verkehrshaus?
08.09.2026 Quelle: Swiss International Air Lines Quelle: Verkehrshaus der Schweiz
Seit 2003 ist der Airbus A340-300 eine tragende Säule in der Langstreckenflotte der Swiss. Von den einst bis zu 15 Exemplaren dieses eleganten Vierstrahlers sind aktuell noch deren vier im Betrieb. Nun verkünden die Swiss und das Verkehrshaus der Schweiz gemeinsam, dass die Ende April 2004 fabrikneu ausgelieferte HB-JMH voraussichtlich Anfang 2028 nach Luzern transferiert werden soll. Beide Seiten stellen jedoch klar, dass es bis zum Vollzug dieses ambitionierten Vorhabens noch etliche Fragen zu klären gibt.
Als achter von neun bei Airbus bestellten Airbus A340-300 stiess die HB-JMH im April 2004 zur Flotte der Swiss, die so bis Ende Sommerflugplan 2004 die letzten MD-11 aus den früheren Swissair-Beständen abstellen konnte. Bis zur Übernahme der ersten Boeing 777-300ER im Januar 2016 flogen die A340 auf den längsten Strecken ab Zürich, nach Hong Kong, Singapur, Bangkok, Tokio, Johannesburg, Los Angeles, San Francisco und São Paulo. Die HB-JMH war zu Beginn wie alle anderen Swiss-Flugzeuge nach einem Berggipfel benannt, der 4432 Meter hohen Parrotspitze im Monte-Rosa-Massiv in den Walliser Alpen. 2007 erhielt sie einen neuen Namen - jenen der Bündner Kantonshauptstadt Chur.
oben: Als der Airbus A340-313 HB-JMH der Swiss an einem kalten Winternachmittag von der Zürcher Piste 16 abhebt, ist er noch kein Jahr alt. Am 28 April 2004 wurde er noch in der ursprünglichen, vom Designer Tyler Brulé gestalteten Bemalung mit kleinen Titeln und viersprachigen «Schweiz»-Aufschriften auf Rumpf und Triebwerken in Dienst gestellt (Lukas Lusser, Zürich, 20.12.04).
unten: Ganz so einfach wie hier beim Verschub vom Gate zum Hangar in Zürich mit einem Goldhofer-Traktor wird es beim Transport nach Luzern nicht werden. Die Swiss und das Verkehrshaus der Schweiz werden jedoch alles daran setzen, dass der Airbus A340-313E HB-JMH dereinst in Luzern dem Publikum zugänglich gemacht werden kann (Joel Vogt, Zürich, 25.7.26).
Bis die HB-JMH sich zur seit Jahrzehnten bekannten Convair CV-990 Coronado und zur Douglas DC-3 HB-IRN der Swissair gesellen darf, müssen aber noch etliche Aspekte abgeklärt werden. Da wäre zunächst einmal der präzise Standort auf dem Gelände des Verkehrshauses. Der A340 ist deutlich grösser als die Coronado und muss entsprechend gut platziert werden. Ebenso wichtig abzuklären ist, wie der Transport des leer rund 125 Tonnen schweren und fast 64 Meter langen Airbus stattfinden soll. Vor Ort in Luzern dürften bauliche Massnahmen fällig werden und auch der A340 dürfte noch ein paar Anpassungen benötigen, bis er in passender Form dem Publikum zugänglich gemacht werden kann. Die Kosten für alle Anpassungen, den Transport und die Inszenierung vor Ort dürften sich laut den Initiatoren im höheren einstelligen Millionenbereich bewegen. Einzig das Flugzeug selber ist ein Geschenk der Swiss an das Verkehrshaus der Schweiz.
Für das Verkehrshaus präsentiert sich mit der Möglichkeit, den A340 von der Swiss zu übernehmen eine einmalige Chance, ein bedeutendes Stück Schweizer Aviatikgeschichte zu bewahren und erlebbar zu machten, führt der Direktor des Verkehrshauses, Martin Ettlinger, aus. In eine ähnliche Richtung gehen die Worte des Swiss-CEO Jens Fehlinger. Für ihn und die Swiss schliesse sich ein Kreis, wenn der A340 dereinst im Verkehrshaus weiterleben dürfe. Er weist aber auch darauf hin, dass es bis dorthin noch einen aussergewöhnlichen Weg möglich zu machen gelte - gemeinsam mit vielen Partnern. Einer dieser Partner ist ein Fundraising Committee unter der aktiven Mitarbeit eines Vorgängers von Jens Fehlinger. Christoph Franz führt als Präsident des Vereins Verkehrhaus der Schweiz bereits Gespräche mit Stiftungen, Mäzenen und Unternehmen, die das Vorhaben unterstützen können und wollen.
Schon seit über 50 Jahren steht die Convair CV-990 Coronado HB-ICC der Swissair auf dem Gelände des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern. Etliche Generationen haben in diesem Flugzeug einen ersten Blick in das Innere eines Langstreckenflugzeuges werfen dürfen (Joel Vogt, Verkehrshaus Luzern, 15.7.18).