Erfolgreicher Erstflug des neuen Airbus-Frachters A350F

29.09.2026    Quelle: Airbus Industrie         

Mit dem Airbus A350F will Airbus seine Präsenz auf dem Markt für werksneue Grossraum-Frachtflugzeuge etablieren, der aktuell von der Boeing 777-F und ihrem Nachfolger, der Boeing 777-8F dominiert wird. Der Airbus A350 mit der Seriennummer 700 wird als erstes von zwei Testflugzeugen am Erprobungs- und Zulassungsprogramm für den A350F teilnehmen. Das mit dem Kennzeichen F-WXLD eingetragene Flugzeug hat nach umfangreichen Bodentests am Flughafen Toulouse am 29. September 2026 seinen ersehnten Erstflug absolviert. Nach dem erfolgreichen Start führte der Jet erste Tests während des 4 Stunden 10 Minuten dauernden Fluges durch und erreichte dabei bereits eine maximale Flughöhe von 25'000 Fuss. Die Crew erprobte dabei das grundlegende Flugverhalten und die Funktion grundlegender Bordsysteme. Dabei verhielt sich der A350F erwartungsgemäss. 

«Dieser Erstflug ist ein wichtiger Meilenstein für das A350F-Programm und für unsere weltweiten Kunden. Als neuester Spross der A350-Platform wird der A350F zum echten Game-Changer im Luftfrachtgeschäft. Er kombiniert unerreichte Flexibilität, Treibstoff-Effizienz und Reichweite» sagt Lars Wagner, CEO der Zivilflugzeugsparte bei Airbus Industrie. «Ich bin unendlich stolz auf den ausserordentlichen Einsatz und die harte Arbeit des gesamten Teams, das diesen Erstflug möglich gemacht hat». Zu diesem Team gehört auch die Crew des Erstfluges, die aus dem Captain & Test-Piloten Bernardo Saez-Benito, dem First Officer und Test-Piloten Sylvain Guiraud, dem Test Flight-Engineer Ludovic Girard, sowie den führenden Ingenieuren Laurent Bussiere and Jaime Angoloti bestand.

Während 4 Stunden und 10 Minuten war der erste Prototyp des neuen Airbus-Frachters A350-1041F F-WXLD auf seinem Erstflug in der Luft. Die spezielle Bemalung des Prototypen soll auf die grosse Flexibilität im Einsatz sowie auf die Effizienz des Musters hinweisen, wie Airbus Industrie selbst betont (Airbus Industrie, über Südfrankreich, 29.9.26).

Der zweite Prototyp des Airbus A350F mit Seriennummer 701 befindet sich bereits im fortgeschrittenen Endmontage-Stadium und wird in wenigen Wochen im Paint-Shop sein Farbkleid erhalten. Die beiden Flugzeuge werden in den kommenden neun Monaten die für die Zulassung des Musters erforderlichen Testflüge absolvieren.

Als fortschrittlichstes Frachtflugzeug der Welt konzipiert soll der A350F die Erwartungen des wachsenden Luftfrachtmarktes erfüllen. Dank seiner grossen Reichweite von bis zu 8'700 Kilometer und einer maximalen Zuladung von bis zu 111 Tonnen ist er speziell für interkontinentale Fracht-Langstrecken ausgelegt. Dank der starken Nutzung moderner Verbundwerkstoffe resultiert eine Gewichtseinsparung von bis zu 46 Tonnen gegenüber vergleichbaren, älteren Flugzeugmodellen. Angetrieben wird er von Rolls-Royce Trent XWB-97 engines, die eine deutliche Reduktion des Treibstoffverbrauchs und Schadstoffausstosses von bis zu 40% erlauben. Als erster reiner Frachter erreicht der A350F somit die neuesten Standards der ICAO für CO₂ Emissionen. 

Bis Ende August 2026 hat der Airbus A350-1041F bereits 115 feste Bestellungen von 14 Kunden erhalten, darunter Frachtgrössen wie Atlas Air (20 Einheiten), Air China Cargo (10), Etihad Airways Cargo (10), Cathay Pacific Cargo (8), CMA CGM Cargo (8), Korean Air Cargo (7), Singapore Airlines Cargo (7) und Turkish Airlines Cargo (5).

Bereits seit mehreren Tagen war der Erstflug des Airbus A350-1041F von Schaulustigen und Branchenkennern erwartet worden. Nachdem der Prototyp F-WXLD seine Bodentests wenige Tage zuvor mit erfolgreichen Hochgeschwindigkeits-Rollversuchen abgeschlossen hatte, startete er am Morgen des 29. September 2026 vormittags um 10:30 vor geladenen Gästen und schaulustigen Mitarbeitenden am Flughafen Toulouse zu seinem Erstflug (Airbus Industrie, Toulouse, 29.9.26).

Bemerkenswert ist übrigens, dass Airbus Industrie als Basis für sein Frachtprogramm die gestreckte Version seines neuesten zweistrahligen Langstreckenjets gewählt hat, was grundsätzlich der Wirtschaftlichkeit des Musters zu Gute kommen dürfte. Im Gegenzug hat der Konkurrent Boeing im Rahmen seines Boeing 777-X Pramgramms die kleinere Version Boeing 777-8 als Basis für den Nurfrachter gewählt, der Stand September 2026 bisher 81 Bestellungen auf sich vereinen konnte. Alle Bestellungen für Passagier-Boeing 777-X entfallen dagegen bisher auf die gestreckte Version Boeing 777-9, und ob die kürzere -8 jemals als Passagiervariante gebaut wird, ist derzeit zweifelhaft.