80 Jahre Air France am EuroAirport

08.10.2026    Quelle: Air France         

Ab Dezember 1980 verkehrten auf den Dreiecksflügen nach Fort-de-France auf Martinique und Point-à-Pitre auf Guadeloupe wöchentlich Boeing 747-128 der Air France, die für die Urlaubsflüge auf eine dicht bestuhlte Einklassenkabine umgerüstet waren, so etwa die F-BPVQ, hier beim Einparken auf ihren üblichen Standplatz Alpha 11 (Lukas Lusser, Basel, 23.5.87). 

Am 7. Oktober 1946 eröffnete Air France mit der Douglas C-53 F-BAOC, also einer aus USAF-Beständen stammende DC-3C, aus Paris-Le Bourget kommend die Inlandstrecke zum innert Rekordzeit neu erbauten binationalen Flughafen Basel/Mulhouse. Er war zuvor innerhalb von zwei Monaten gebaut und zunächst mit provisorischen Einrichtungen ausgestattet worden. Die Verbindung der Air France markierte einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Luftfahrt in der Region zu einer Zeit, in der Reisende die Region auch über Flughäfen wie Strasbourg, Genf und Frankfurt erreichten.

Vor dem zweiten Weltkrieg hatte Air France die Region mit einem Stopp auf dem Sternenfeld auf der internationalen Linienverbindung von Paris nach Zürich Dübendorf bedient. Im Gegensatz dazu hatte die Wiederaufnahme der Verbindung dann aber eher den Charakter eines Inlandflugs nach Mulhouse, was sich in späteren Jahren sowohl an der Abfertigung der Paris-Flüge im französischen Sektor wie auch an den deutlich günstigeren Tarifen im Vergleich zu vergleichbaren Linienflügen ab dem Schweizer Sektor zeigte.

oben: Bereits vor dem zweiten Weltkrieg verkehrte Air France zwischen Paris und Basel Sternenfeld; dabei wurden die zweimotorigen Bloch 220 eingesetzt, darunter 1937 die auf den knapp unter dem Cockpit lesbaren Namen «Gascogne» getaufte F-AOHB (Air France, über Frankreich, 1937).

unten: In den 1990er Jahren setzte Air France auf den Linienkursen am EuroAirport sowohl Regionalflugzeuge diverser Feeder-Partner wie auch eigene Jets der Konzernmutter ein. Der von Air France selbst betriebene Airbus A320-211 F-GHQC, ursprünglich aus Beständen der Air Inter stammend, ist anlässlich der Fussball-Weltmeisterschaften in Frankreich der teilnehmenden Nationalmannschaft Schottlands gewidmet (Lukas Lusser, Basel, 26.8.98). 

Air France lagerte die Inlandverbindungen ab 1954 zur neu gegründeten Inland-Tochter Air Inter aus, darunter auch die mehrmals täglich bedienten Strecken ab dem EuroAirport nach Paris. Genau genommen führten die Flüge damaligem Luftverkehrsrecht ab dem französischen Mulhouse als reine Inlanddienste nach Orly und Le Bourget, respektive ab seiner Eröffnung im Jahre 1974 dann zum internationalen Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle. Nach der Integration der Air Inter in Air France führte die Konzernmutter die Bedienung der Strecken zu den beiden Pariser Flughäfen zunächst in hoher Kadenz fort, wobei die Flüge nach Orly hauptsächlich dem Lokalverkehr dienten, während die Kurse nach Charles de Gaulle auf die Bedürfnisse internationaler und interkontinentaler Anschlusspassagiere ausgerichtet waren. 

Internationale und interkontinentale Flüge ab Basel/Mulhouse

Daneben bot Air France auch internationale Dienste ab dem EuroAirport an: Erwähnenswert ist etwa der wöchentliche «Vol Vacances», der ab dem 13. Dezember 1980 während rund zehn Jahren jeweils samstags nach Fort-de-France und Point-à-Pitre in der Karibik führte. Durchgeführt wurde er jeweils mit in Einheitsklasse engbestuhlten Boeing 747-100 der Air France, die für 480 Sonnenhungrigen Platz boten. Ab 1. Oktober 1988 folgte mit einem sonntäglichen Frachtkurs auf dem Routing Paris-Charles de Gaulle - Basel - New York ein zweiter planmässiger Dienst mit Jumbo Jets der Air France. Daneben legte die «Compagnie Nationale» ab Basel immer wieder ethnische Linien nach Nordafrika auf, die mit Boeing 727 und Boeing 737 bedient wurden.

oben: In den 1990er Jahren führte Air France einen wöchentlichen Frachtkurs auf dem Routing Paris CDG - EuroAirport Basel/Mulhouse/Freiburg - New York-JFK durch, der auch von den Pharmaherstellern der Region genutzt wurde. Meist kamen dabei die Boeing 747-200-Frachter der Air France Cargo mit dem neckischen Pelikan-Logo der Frachtabteilung zum Einsatz, so etwa die gerade einmal zwei Monate vor dem Entstehen der Aufnahme am 2. Februar 1990 ausgelieferte Boeing 747-228F F-GCBL. Ausnahmsweise führte aber auch die auf die nach der Übernahme durch Air France auf die Bewilligung der Wettbewerbsbehörden für eine vollständige Integration wartende UTA Cargo den Frachtflug anstelle der Air France durch (Lukas Lusser, Basel, 1.4.90). 

unten: Für besondere Momente sorgte Air France am EuroAirport jeweils dann, wenn sie eine ihrer unverkennbaren Concorde zu Besuch schickte. So führt hier die Aérospatiale/BAC Concorde 101 F-BTSC einen Einzelcharter nach Nizza durch, um Gäste einer Exklusivreise zum Formel 1-Rennen in Monaco zu bringen. Traurige Berühmtheit erwarb just die F-BTSC am 25 Juli 2000, als sie kurz nach dem Start in Paris-Charles de Gaulle verunfallte, nachdem ein aufgewirbeltes Reifen-Bruchstück einer zuvor gestarteten Continental DC-10 den Treibstofftank der startenden Concorde durchschlug und ein fatales Feuer auslöste (Lukas Lusser, Basel, 27.5.90).

Zug statt Flug zwischen dem Rheinknie und der Seine

Mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsbahnlinie TGV Est verkürzte sich die Reisezeit der Züge zwischen Paris und Basel auf zunächst 3:30, später auf nurmehr 3 Stunden. Sie ersetzten die wenigen, bislang über die nicht-elektrifizierte, konventionelle Strecke via Troyes und Belfort geführten Züge, die Reisezeiten deutlich über 5 Stunden erforderten. Damit verlor die Inland-Flugstrecke zwischen dem EuroAirport und Paris-Orly ihre wirtschaftliche Berechtigung und wurde in der Folge aufgegeben. Auch das Angebot für Transitreisende auf der Verbindung nach Charles de Gaulle wurde angepasst: Heute verkehren anstelle der Jets der Air France Mainline Regionaljets ihrer Partnerin Hop!, zumeist in Form von 76-plätzigen Embraer 170 oder den grösseren Schwestern Embraer 190 mit 98 bis 110 Sitzen (je nach Kabinenversion). Unter Air France-Flugnummern bedienen sie die Strecke Basel–Paris mit zwei täglichen Flügen nach Paris-Charles de Gaulle. Dort bieten sie über das Drehkreuz der Konzernmutter ihren Passagieren Anschluss an zahlreiche Destinationen in Europa und weltweit.

«Achtzig Jahre Air France in Basel sind für uns ein besonderer Meilenstein. Vom Erstflug nach Paris-Le Bourget am 7. Oktober 1946 bis zum heutigen zweimal täglichen Flugangebot spiegelt diese Strecke die langjährigen Verbindungen zwischen der Region Basel und Frankreich wider. Wir freuen uns, die Region weiterhin mit Paris zu verbinden und unseren Passagieren über unser Drehkreuz Zugang zu Destinationen auf der ganzen Welt zu bieten», sagte Armelle Comte, Country Sales Manager Air France-KLM Schweiz.

«Air France ist seit den Anfängen des Flughafens Basel-Mulhouse Teil seiner Geschichte. Die Ankunft des ersten Air-France-Fluges aus Paris im Oktober 1946, nur wenige Monate nach der Eröffnung des Flughafens, markierte den Beginn einer Verbindung, die nun seit acht Jahrzehnten besteht. Wir gratulieren Air France herzlich zu diesem Jubiläum und danken der Fluggesellschaft für ihr langjähriges Engagement in unserer trinationalen Region», erklärte Tobias Markert, CEO des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

unten: Zweimal täglich sind heute die Embraer-Jets der Hop! auf dem Air France-Anschlusskurs nach Paris-Charles de Gaulle aktuell am EuroAirport zu Gast, darunter auch die Embraer 190 F-HBQC, die 2025 von der Konzernschwester KLM CityHopper, wo sie das Kennzeichen PH-EXB trug, übernommen wurde (Christian Brechbühl, Basel, 22.7.26).