Eine traditionsreiche Marke in der französischen Luftfahrt war zweifellos die im Spätsommer 2019 verschwundene Aigle Azur. Bereits 1946 zum ersten Mal gegründet und 1955 an UAT (Vorgängerin von UTA) veräussert, erfolgt 1970 eine Neugründung unter dem Namen Lucas Air Transport, später Lucas Aigle Azur. Ab 2001 nennt sich die Airline nur noch Aigle Azur und konzentriert sich zunehmend auf den Verkehr zwischen Frankreich und Algerien, wobei sie auch vom Wegfall der zuvor stark in diesem Markt operierenden Khalifa Airways profitiert. Nebenbei werden auch weitere internationale Ziele bedient. Zur Flotte gehört im Frühling 2006 auch der aus Beständen von MyTravel Airways übernommene Airbus A321-211 F-GUAA. Er bleibt bis im Frühjahr 2014 bei Aigle Azur, daraufhin folgen als weitere Stationen AtlasGlobal (TC-ATY), Small Planet Germany (D-ASPD) und Air Moldova (ER-AXR), bevor er ab Frühjahr 2023 zum Frachter umgebaut wird und im Herbst 2025 zu FlyCAA nach Kongo Kinshasa ausgeliefert wird, wo er als 9S-AJM eingesetzt wird.
Im französischen Leisure-Langstreckengeschäft tätig war Corsair auch schon vor zwanzig Jahren. Zum damaligen Zeitpunkt waren nebst mehreren Boeing 747-400 auch ein Airbus A330-300 und zwei Airbus A330-200 Teil der Flotte. An den Zusatztiteln des A330-243 F-HCAT unter den Cockpitfenstern ist die Beteiligung des Reisekonzerns TUI zu erkennen, welche mit unterschiedlich hohen Anteilen der Aktien insgesamt fast zwei Jahrzehnte gedauert hat. Die F-HCAT stand übrigens von der Auslieferung im Juli 1999 bis zur Ausmusterung im Mai 2022 nur bei Corsair im Einsatz. Kurz darauf wurde er in St. Athan verschrottet.
Volare Airlines wurde 1997 gegründet und war zunächst im Charter- und später auch im Linienverkehr tätig. Im Zuge der Terroranschläge vom 11. September 2001 und den daraus resultierenden negativen Auswirkungen für die Luftfahrtindustrie entschied man sich für einen Strategiewechsel und trat ab Februar 2003 als Lowcoster unter dem Namen Volareweb auf. Nebst der eigenen Flotte wurde auch auf eingemietetes Fluggerät zurückgegriffen, so beispielsweise der Airbus A320-232 SX-BVC der griechischen Hellas Jet, welcher sich an diesem sonnigen Tag Anfang April im Anflug auf Orly zeigte.
Tunisair betrieb Mitte der Nullerjahre drei A300B4-605R aus Beständen der Emirates, welche regelmässig auf der Rennerstrecke von Tunis nach Paris Orly zum Einsatz kamen. Die TS-IPB (ehemals A6-EKE bei Emirates) trug den Namen der tunesischen Hauptstadt und wurde Ende 2013 nach knapp 13 Dienstjahren ausgemustert.
Zusammen mit Lufthansa war Air France Erstbetreiber des Airbus A340-300. 28 Einheiten flogen beim französischen Flagcarrier, dazu kamen noch sechs A340-200, welche allerdings nur wenige Jahre in der Flotte blieben. Mit Auslieferung im Februar 1999 ist der A340-313X F-GLZP eines der letzten übernommenen Exemplare und wurde noch bis zum Ausbruch der COVID-19-Pandemie im März 2020 betrieben, zuletzt beim Spinoff Joon. Seither steht der Vierstrahler am Flughafen Lourdes / Tarbes abgestellt.
Air Méditerranée, 1997 zunächst als Air Midi Bigorre an den Start gegangen, um Pilgerflüge nach Lourdes anzubieten, war Mitte der Nullerjahre ebenfalls im umkämpften französischen Ferienflugmarkt aktiv. Sie betrieb unter anderem sieben Airbus A321, darunter der A321-111 F-GYAO. Dieser dürfte manch einem langjährigen schweizer Aviatikfreund gut bekannt sein, wurde er doch im Januar 1997 als HB-IOG an Swissair ausgeliefert. Nachdem sich für ihn kein Platz in der Flotte des 26/26-Phönix-Projekts, welcher zur Swiss International Airlines führte, fand, gelangte er im Juli 2002 zur französischen Airline.
Um den Tourismus in französisch Polynesien anzukurbeln, gründete die lokale Airline Air Tahiti, in den 90ern Air Tahiti Nui, welche mit Langstreckenflugzeugen ausgestattet die Anbindung des französischen Überseegebiets mit dem fernen Frankreich sowie auch mit Zielen in Nordamerika, Asien und dem restlichen Ozeanien sicherstellte. Die äusserst attraktiv bemalten A340-300 standen über eineinhalb Jahrzehnte im EInsatz und wurden erst ab Ende 2018 mit Boeing 787-9 ersetzt. Die auf den Namen der Insel Mangareva getaufte F-OJGF wurde im April 2002 direkt ab Werk übernommen, im Oktober 2019 ausser Dienst gestellt und in Marana parkiert.
Auch schon bald in Vergessenheit geraten dürfte BMI, oder British Midland Airways, wie sich die britische Fluggesellschaft Jahrzehnte lang nannte. Zur damaligen Flotte gehörten elf Airbus A320-232. Viele davon wurden nach der Integration in British Airways 2012 gleich mit übernommen, nicht jedoch die hier abgebildete G-MIDZ. Die im Januar 1999 direkt ab Werk übernommene Maschine verliess die Flotte bereits im Sommer 2009 und stand anschliessend noch 10 Jahre bei TAME in Ecuador im Einsatz, bevor sie in Marana parkiert wurde.
Neun Airbus A330-323E übernahm US Airways zwischen März 2000 und März 2001, darunter die N675US, welche wenige Monate nach dieser Aufnahme umregistriert wurde und fortan als N275AY eingesetzt wurde. Nach der Übernahme von US Airways durch American Airlines 2015 war der Zweistrahler zusammen mit seinen acht Schwestermaschinen noch einige Jahre weiterhin beim neuen Besitzer aktiv. Inzwischen sind aber bereits seit über zwei Jahren alle Exemplare stillgelegt.
Als Ersatz für die bis dahin eingesetzten Boeing 747-200 beschaffte sich Olympic Airways kurz vor der Jahrtausendwende vier Airbus A340-313X. Da das Langstreckennetz des ehemaligen griechischen Flagcarriers aufgrund mangelnder Rentabilität sukzessive zusammengestrichen wurde, kamen Mitte der Nullerjahre die Vierstrahler auch des öfteren auf den innereuropäischen Rennerstrecken zum Einsatz, so wie hier die SX-DFC nach Paris-CDG. Sie ist heute als YK-AZB Teil der Flotte von Syrian Air und dürfte trotz ihres Alters von bald 27 Jahren relativ wenig Flugstunden aufweisen, wurde sie doch nach ihrer Ausmusterung bei Olympic im September 2009 zunächst bis Februar 2017 in Athen, anschliessend bis März 2020 in Teheran und seit August 2024 erneut in Damaskus abgestellt.