Thai Airways schliesst Integration der Thai Smile ab

12.05.2025    Quelle: ch-aviation         

Thai Airways International hat die betriebliche Integration ihrer Tochter Thai Smile abgeschlossen. Sie wurde 2012 als Low-Cost-Ableger gegründet, um Inlandflüge sowie regionale Dienste durchzuführen. Sie verfügte hierfür über eine Einheitsflotte von 20 Airbus A320ceo.

Den Entschluss, Thai Smile aufzulösen und ihren Betrieb wieder in das Geschäft der Mutter zu integrieren, fasste Thai International bereits im Frühjahr 2023 als Teil ihres Restrukturierungsplanes. Sie erhofft sich dadurch Kosteneinsparungen und eine höhere betriebliche Effizienz.

Ab Herbst 2023 wurden die A320 der Tochter sukzessive in die Flotte der Mutter überführt und das Tagesgeschäft auf Thai International verlegt. In einem Börsenbericht vom 8. Mai 2025 gibt sie nun bekannt, dass der Integrationsprozess vollständig abgeschlossen wurde und nun die vollständige Auflösung der Tochter eingeleitet wird. Die thailändische Zivilluftfahrtsbehörde hat diesen Schritt bereits anfangs dieses Jahres gutgeheissen und dem Transportministerium zur formellen Genehmigung eingereicht.

Mit Thai Smile ist ein weiterer Versuch eines Netzwerk-Carriers erfolglos beendet worden, innerhalb des Unternehmens eine Low-Cost-Fluglinie quasi als «Airline innerhalb einer Airline» zu etablieren, um damit den reinen Low-Cost-Anbietern Paroli zu bieten. Das Konzept wurde in den 1990er Jahren zunächst als Wundermittel gegen die aufstrebenden Budget-Airlines gepriesen und von bekannten Airline-Grössen wie Lufthansa (mit Lufthansa Express), British Airways (mit British Airways Birmingham und British Airways Manchester), Delta Airlines (mit Delta Express und Song), US Airways (mit MetroJet) oder United Airlines (mit Shuttle by United) implementiert. Der positive Effekt zusätzlicher Buchungen im margenschwachen Low-Cost-Bereich wurde aber stets dadurch aufgefressen, dass es zu arbeitsrechtlichen Spannungen zwischen dem fliegenden Personal der Mutter und der Billigtochter kam, Netzwerkkunden mit dem verwässerten Produkt unzufrieden waren, wenn sie auf einer Reise zwischen Mutter und Tochter umsteigen mussten, oder schlicht weil durch die Billigtochter das Gechäft der Mutter mit Premiumkunden kanibalisiert wurde. Dementsprechend sind viele dieser In-House Low-Cost-Töchter recht schnell wieder vom Markt verschwunden.

Zwar trugen die Airbus A320-214 der Thai Smile wie die HS-TXT eine eigenständige Bemalung, doch war diese deutlich an das Design der Mutter Thai International angelehnt. Inzwischen sind ihre A320 wieder für die Mutter Thai Airways International unterwegs (Lukas Lusser, Bangkok-Suvarnabhumi, 10.3.17).