Gulf Air fliegt saisonal nach Genf und Nizza
20.04.2025 Quelle: Flughafen Genf
Wie bereits im vergangenen Jahr nimmt Gulf Air auch im Sommer 2025 Genf saisonal wieder in ihr Streckennetz auf, indem der ganzjährige Kurs nach Mailand Malpensa an den Verkehrstagen Dienstag und Freitag zum Flughafen Cointrin weitergeführt wird. Die zweimal wöchentliche Verbindung wird am 3. Juni 2025 aufgenommen und bis und mit 12. September 2025 bedient. Zum Einsatz kommen wiederum die Airbus A321neo der Gulf Air, deren Kabine mit 16 Plätzen in der Business-Class und 150 Plätzen in Economy sehr grosszügig bestuhlt ist.
Dienstag, Freitag:
GF028 BAH ab 01:40 MXP an 06:55 ab 07:45 GVA an 08:40
GF029 GVA ab 09:40 MXP an 10:45 ab 11:35 BAH an 18:35
In gleicher Weise nimmt Gulf Air neu Nizza als saisonales Ziel in ihr Streckennetz auf. Vom 22. Mai 25 bis und mit 28. September 2025 wird jeweils am Sonntag und Donnerstag der Mailänder A321neo-Kurs zur Metropole an der Côte d'Azur verlängert, wobei folgender Flugplan gilt:
Donnerstag, Sonntag:
GF024 BAH ab 01:40 MXP an 06:55 ab 07:45 NCE an 08:30
GF025 NCE ab 09:50 MXP an 10:45 ab 11:35 BAH an 18:35
Auf ungewohnten Rollwegen präsentiert sich der Airbus A321-253NX A9C-NC von Gulf Air früh morgens in Frankfurt. Wie diverse andere Flugzeuge in der Flotte von Gulf Air macht er auf dem hinteren Rumpf unten Werbung für das Formel 1-Rennen in Bahrain (Joel Vogt, Frankfurt, 10.8.23).
Rückblick: Gulf Air und die Schweiz
Gulf Air hat Genf bis 1997 durchgehend bedient, anschliessend behielt sie die Strecke zumindest saisonal im Angebot. Bis 2001 kamen zuletzt die sechs Airbus A330-200 der Airline auf der Strecke zum Einsatz. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und der notwendigen Restrukturierung der Gulf Air fiel die Strecke dem vom neuen CEO James Hogan lancierten Sparprogramms gänzlich zum Opfer. Gulf Air war 1974 als multinationale Airline der Emirate Abu Dhabi, Bahrain, Oman und Qatar gegründet worden. Nachdem aber Abu Dhabi mit Etihad Airways, Oman mit Oman Air und Qatar mit Qatar Airways eigenständige, konkurrierende Airline-Projekte verfolgten und erfolgreich aufbauten, um auf die erfolgreiche Konkurrenz durch Emirates in Dubai zu reagieren, brach das bisherige Geschäft der Gulf Air in sich zusammen. 2002 übernahm Bahrain die alleinige Eigentümerschaft an der Airline und transferierte auch die verbliebenen Flugzeuge vom omanischen Register in das Register Bahrains.
Anfangs der 2010er-Jahre wurde die Verbindung nach Genf nochmals lanciert, wobei Gulf Air eine Partnerschaft mit der Genfer VIP-Airline Privatair einging, die eine ihrer Boeing 737 BBJ, die Boeing 737-7AK HB-IIQ, mit einer exklusiven Businessclass-Kabine an Gulf Air vermietete und neben Frankfurt und Mailand-Malpensa auch auf der Strecke von Bahrain nach Genf Cointrin zum Einsatz brachte. Sie trug die volle damalige Bemalung der Gulf Air. Das Angebot sollte in erster Linie wohlhabende Passagiere aus der Golf-Region ansprechen, die die Sommerfrische am Genfersee suchten, sowie Geschäftsreisenden im Rohstoffhandel und Angehörigen der Internationalen Organisationen in Genf dienen. Nach knapp zwei Jahren wurde es aber ersatzlos wieder eingestellt.
oben: Bis zum Jahr 2001 bediente Gulf Air Genf noch regelmässig während der Sommermonate, während der Touristen aus der Golf Region traditionell gerne Abkühlung im gemässigten Klima Mitteleuropas suchen. Hierbei kamen die sechs Airbus A330-243 in der damaligen Flotte der Airline zum Einsatz, darunter auch die A4O-KF, die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der 1950 gegründeten Gulf Air eine auffällige Spezialbemalung erhalten hatte (Lukas Lusser, Genf, 9.9.00).
unten: In Zusammenarbeit mit der Genfer Privatair setzte Gulf Air in den Jahren 2011 und 2012 die Boeing 737-7AK (BBJ) HB-IIQ ein, die wohlhabende Touristen und Geschäftsreisende aus der Golf-Region auf die Genf-Verbindung locken sollte. Sie erhielt hierfür die volle damals aktuelle Bemalung der Gulf Air, behielt aber ihr Schweizer Kennzeichen (Lukas Lusser, Genf, 28.2.12).
Übrigens wurde auch Zürich zeitweise von Gulf Air linienmässig bedient: 1993 nahm die damals noch multinational aufgestellte Airline die Limmatstadt im Rahmen einer Wachstumsoffensive zweimal wöchentlich in ihre Streckennetz auf, gleichzeitig mit Casablanca, Entebbe, Jakarta, Kilimanjaro, Madras, Rom-Fiumicino und Sana'a. Eingesetzt wurden dabei Boeing 767-300ER, die damals das Rückgrat der Mittel- und Langstreckenflotte der Gulf Air darstellten. Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Emirates geriet aber die Strecke nach Zürich zunehmend unter Druck, und im Sommer 1996 reduzierte Gulf Air deshalb das Angebot, indem sie das eingesetzte Fluggerät von der Boeing 767 zum kleineren Airbus A320 wechselte. Bereits zum Ende des Sommerflugplans 1996 stellte sie die Bedienung von Zürich ganz ein.
Ausserdem stattete Gulf Air Zürich später im Rahmen der Wartung ihrer Airbus-Flugzeuge bei SR Technics noch vereinzelte Besuche ab, so mit A319, A320, A330-200 und A340-300.
unten: Für eine A320ceo wie die A320-212 A4O-EI stellte der Flug von Mitteleuropa in die Golfregion eine echte Herausforderung dar, die nur mit einer Kapazitätsbeschränkung zu bewältigen war. So verwundert es nicht, dass die Verbindung nach Zürich zum Ende der Sommerflugplanperiode 1996 ganz eingestellt wurde (Lukas Lusser, Zürich, 14.7.96).