Fusion der US-Regionalairlines Republic Airways und Mesa Airlines

09.04.2025    Quelle: ch-aviation         

Obwohl sie zumindest bezüglich ihrer Flotte und den angesteuerten Destinationen zu den grossen Fluggesellschaften der USA gehören, fristen Republic Airways und Mesa Airlines ein unauffälliges Dasein als Franchise-Partner der US-Netzwerkairlines, für die sie Zubringerdienste auf Regionalstrecken erbringen. Republic Airways ist mit 209 Jets der Modelle Embraer 170 und Embraer 175 für United Airlines als United Express tätig und steuert 80 Destinationen in Nordamerika an. Mesa Airlines verfügt über 107 Jets, darunter 46 Bombardier CRJ-900 (gegenwärtig alle ausser Betrieb) sowie 60 Embraer 175, die sie für American Airlines unter der Marke American Eagle, Delta Air Lines unter der Marke Delta Express und United Airlines unter der Marke United Express zu 89 Zielen einsetzt. Dazu kommt ein einzelner Learjet 60XR für Crewtransfers.

Mesa Airlines befindet sich offenbar auch nach Ende der Pandemie weiterhin in einer angespannten finanziellen Lage. Sie wird von Schulden in Höhe von 366 Millionen US-Dollar (etwa 310 Millionen Franken) belastet, denen nur noch Cashreserven von 16,5 Millionen Dollar gegenüberstehen. Der fällige Jahresabschluss für 2024 steht noch aus, wofür das Unternehmen auch schon von der Börsenaufsicht verwarnt wurde.

Mit der abgeschlossenen Vereinbarung zur Fusion will sich die Mutter der Mesa Airlines, die Mesa Air Group, unter das Dach der Republic Airways Holding retten. Unter Leitung der bisherigen Republic-Geschäftsführung sollen die beiden Airline-Töchter voraussichtlich bis im Herbst 2025 zusammengeschlossen werden, und danach weiterhin unter dem Namen Republic Airways tätig sein. Diese will eine Embraer-Einheitsflotte betreiben. In ihrer Verlautbarung stellen die beiden Partner in Aussicht, dass das gesamte Personal übernommen wird und keine Entlassungen geplant sind. Kommt die Fusion zu Stande, d.h. stimmen sowohl die Aktionäre der beiden Gesellschaften wie auch die US-Wettbewerbsbehörden dem Vorhaben in der geplanten Form zu, wird die fusionierte Republic Airways täglich rund 1'250 Abflüge für ihre Netzwerkpartner anbieten. Mit United Airlines hat sie bereits vor Bekanntgabe des geplanten Zusammenschlusses einen neuen Zehnjahresvertrag geschlossen.

Bis zum Erwerb eines Luftfahrzeugbetreiber-Zeugnisses für die fusionierte Airline werden die beiden bestehenden Fluggesellschaften noch weiter betrieben. Da mit wenigen Ausnahmen alle Flugzeuge in den Farben eines der Netzwerk-Partner unterwegs sind, wird der Zusammenschluss im Auftreten nach Aussen wenig sichtbar bleiben.

oben: Republic Airways fliegt als Partner sowohl für American Airlines, United Airlines wie auch für Delta Air Lines. Nur wenige Flugzeuge tragen die eigenständige Bemalung der Republic Airways, so etwa die Embraer 175LR N403YX (Lukas Lusser, Toronto, 24.4.24).

unten: Die ursprüngliche Farbgebung der Mesa Airlines fand auf den Beech 1900 sowie den Embraer 120RT Brasilia wie der N298YV Verwendung, verschwand aber nach und nach, als Mesa Airlines mit dem Ausbau der Zubringerverträge immer öfter unter den Markennamen ihrer Partner flog. Während sie 1997 mit der Brasilia noch dreimal täglich in Eigenregie von Arizona nach New Mexico fliegt, ist Mesa Airlines am Flughafen Phoenix zugleich bereits im grossen Stil unter dem America West Express-Brand unterwegs (Lukas Lusser, Phoenix, 26.3.97).

Mesa Airlines

Mesa Airlines wurde am 12. Oktober 1980 als Mesa Air Shuttle gegründet und flog zunächst mit einer einzelnen Piper zwischen Farmington (New Mexiko) und Albuquerque. 1985 wurde sie in Mesa Airlines umbenannt und expandierte mit einer Flotte von Beech 99, Beech 1900C und später Embraer 120RT Brasilia in den Markt für regionale Zubringerflüge innerhalb New Mexicos. 1989 arbeitete Mesa erstmals auf Basis eines Feeder-Vertrags als Zubringer für eine überregionale Airline, als sie ab Milwaukee Zubringerflüge zu 13 Zielen im Auftrag der Midwest Express Airlines aufnahm. 1991 übernahm sie Strecken und Aufträge der Aspen Airlines, womit sie Zubringerflüge ab Denver im Auftrag von United Airlines aufnehmen konnte. Mit dem Kauf der Air Midwest, die für USAir als USAir Express in Kansas City tätig war, erweiterte Mesa 1991 ihre Feederpartnerschaften erneut. Im darauffolgenden Jahr wurde sie auch für America West Airlines als Zubringerpartner aktiv, wofür sie ab 1. Oktober 1992 Beech 1900D als America West Express ab Phoenix betrieb. Schrittweise baute Mesa Airlines - ab 1994 unter dem Dach der Mesa Air Group - ihre Feedertätigkeiten vom US-Südwesten an die Pazifikküste und entlang der Ostküste aus, wobei je nach Standort für America West, Frontier Airlines, United Airlines und US Airways geflogen wurde.

Im Januar 2010 musste Mesa Airlines Gläubigerschutz unter Chapter 11 des US-Konkursrechts suchen und eine Reorganisation in Angriff nehmen, nachdem man sich mit diversen Projekten und regionalen Töchtern von Hawaii bis Cape Cod übernommen hatte. Die Flotte wurde auf verschiedene Varianten der Bombardier CRJ und später Embraer 175 vereinfacht. Geflogen wurde weiterhin als Partner von United Airlines und US Airways, respektive nach deren Übernahme durch American Airlines unter dem American Eagle Markennamen. Ab 2020 fuhr American Airlines die Zusammenarbeit mit Mesa Airlines schrittweise zurück, und am 3. April 2023 beendete sie die Zusammenarbeit mit Mesa schliesslich ganz. Die freigewordenen Bombardier CRJ setzte Mesa in der Folge für United Express ein, bis sie sie im März 2025 ausser Betrieb nahm. Somit ist Mesa derzeit nur noch mit 60 Embraer 175 für United Express tätig.

Neben der Tätigkeit als Zubringer für die grossen US-Netzwerk-Airlines war Mesa Airlines traditionell noch lange in ihrer angestammten Heimat als Regionalairline tätig, weshalb einige Flugzeuge wie die Beech 1900D N104YV in eigenständiger Bemalung verblieben (Lukas Lusser, Alamagordo, 14.3.00).

Republic Airways

Republic Airways nahm den Betrieb 2005 auf, indem sie mit Embraer 170 für United Express und für US Airways Express zu fliegen begann. Später folgte ein Vertrag mit Frontier Airlines, der aber noch in der Aufbauphase hinfällig wurde, als Frontier den Gang unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 antreten musste. Ab 2013 folgte eine Zusammenarbeit mit American Airlines unter dem American Eagle-Markennamen, die noch ausgebaut wurde, als American Airlines 2015 US Airways - und damit auch die US Airways Express-Dienste der Republic Airways - aufkaufte. Schliesslich schloss Republic Airways 2017 auch mit der dritten der drei grossen US-Airlines, mit Delta Air Lines, einen Feedervertrag ab. Seit diesem Zeitpunkt ist sie mit ihren Embraer 170 sowohl unter den Marken American Eagle, Delta Connection als auch United Express tätig.

oben: Zu Beginn der Partnerschaft mit America West Airlines setzte Mesa Airlines zunächst Beech 1900D sowie zwei Fokker 70 - die einzigen beiden je in den USA registrierten Einheiten des Musters - unter dem Namen America West Express ein. Ab 1996 wurde die Flotte auf Bombardier CRJ-200 und CRJ-900ER wie die N916FJ umgebaut. Nach dem Zusammenschluss von America West und US Airways flogen sie unter dem US Airways Express-Namen weiter (Lukas Lusser, Las Vegas, 2.12.05).

unten: Die Embraer 175LR N731YX der United Express wird von Republic Airways betrieben, als eine von über 200 Einheiten dieses Musters, das im Rahmen der Zubringer-Partnerschaft der beiden Airlines im ganz Nordamerika und auch der Karibik anzutreffen sind (Lukas Lusser, Toronto, 25.4.24).