Hawaiian Airlines ist mit grosser Verspätung bei der Boeing 787 konfrontiert
02.03.2025 Quelle: DJ's Aviation
Für ihre Langstreckenflotte hat Hawaiian Airlines bei Boeing insgesamt 12 Boeing 787-9 bestellt, mit denen die Airline des «Rainbow States» mitten im Pazifik die bestehende Flotte von 24 Airbus A330-200 (nicht eingerechnet hier acht weitere, durch Hawaiian für Amazon Prime betriebene A330-Frachter) primär auf den längsten Verbindungen ersetzen will. Die ersten beiden neuen Jets wurden im Laufe des Jahres 2024 geliefert. Sie werden gegenwärtig auf der non-stop-Verbindung Honolulu - New York-JFK eingesetzt und flogen zeitweise auch nach Phoenix-Sky Harbour. Eine zunächst auf Ende Dezember 2024 angekündigte Lieferung der dritten Einheit wurde vergangenen Sommer bereits auf 2025 verschoben.
Nun hat der Flugzeugbauer Boeing Hawaiian darüber in Kenntnis gesetzt, dass die ausstehenden zehn Boeing 787-9 nicht wie vertraglich zugesichert bis Ende 2026 geliefert werden können, und sich die Übernahme der neuen Flugzeuge stattdessen um bis zu drei Jahre verzögert. Somit wird die Flotte nicht vor 2029 komplett zur Verfügung stehen. Über allfällige Kompensationen machten die beiden Parteien keine Angaben, doch da Hawaiian ursprünglich damit budgetierte, dass sie die Boeing 787 für 25 Jahre betreiben wird, kann man davon ausgehen, dass bei einer mehr als 10% der geplanten Einsatzdauer betragenden Liefer-Verzögerung eine Konventionalzahlung oder ein gütliches Entgegenkommen in vergleichbarer Höhe nicht unrealistisch ist.
Da die A330 der Hawaiian relativ neuen Datums sind - sie wurden zwischen 2009 und 2017 werksneu übernommen - und auf den Mittelstrecken an die US-Westküste mittlerweile auch Airbus A321neo zum Einsatz kommen, dürfte es für Hawaiian, die seit 2023 eine Tochter der Alaska Airlines ist, kein unüberwindbares Problem darstellen, das bestehende Angebot länger als geplant mit den bisherigen Flugzeugmodellen sicherzustellen.
Die Airbus A330-200 der Hawaiian Airlines, hier die 2010 gebaute A330-243 N380HA, dürften nun wohl noch für einige weitere Jahre regelmässig auf den Verbindungen zwischen Hawaii und dem US-Festland anzutreffen sein (Lukas Lusser, San Francisco, 23.7.19).