Flughafen Zürich erreicht 2024 99% der Vor-Pandemie-Zahlen

16.01.2025    Quelle: Flughafen Zürich         

Beinahe wäre das Jahr 2024 zu einem neuen Rekordjahr für den Flughafen Zürich geworden. Er erreichte rund 99% der Passagierzahlen und 95% der Bewegungen des Rekordjahres 2019, welches zugleich das letzte Jahr vor den pandemiebedingten Einschränkungen war, und erzielte so das zweitbeste Jahr seiner Geschichte.

Insgesamt reisten 2024 total 32,8 Mio. Passagiere über Zürich, davon waren n Mio. Lokalpassagiere. 68 verschiedene Airlines verbanden Zürich mittels Direktflug mit 198 Destinationen in 74 Ländern. Total verzeichnete der Flughafen Zürich 2024 261'103 Bewegungen, was im Jahresdurchschnitt 95% der Bewegungen von 2019 entspricht. Dank des Einsatzes grösserer Flugzeuge wuchsen demnach die Passagierzahlen schneller als die Bewegungen, doch zeigt etwa der Blick auf den Monat Dezember 2024, dass auch die Anzahl Bewegungen bis zum Jahresende stark gewachsen ist und mittlerweile auch bei den Flugbewegungen bereits knapp 99% der Zahlen vom Dezember 2019 erreicht wurden.

Um die Lärmvorgaben des SIL-Objektblatts des Bundes für den Flughafen Zürich in den Nachtstunden gezielter einhalten zu können, sollen die Lärmgebühren in der letzten Betriebsstunde stark ansteigen. Damit soll erreicht werden, dass Airlines die in Zürich geplanten Flüge konsequenter mit modernstem und leisestem Fluggerät durchführen, wie es etwa Pegasus Airlines in Form des Airbus A320neo zunehmend tut (Lukas Lusser, 29.4.23).

Wichtige Entscheidung für den Lärmschutz steht an

Derzeit laufen Orientierungsveranstaltungen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt und des Flughafens zur Umsetzung der Auflagen für den Betrieb des Flughafens Zürich. Da die Lärmimmissionen gemäss Lärmschutz-Verordnung des Bundes in der Nacht teilweise zu hoch sind, muss die Flughafen Zürich AG Massnahmen ergreifen.

Durch Plananpassungen wie verbesserte, sprich weniger verspätungsanfällige Flugpläne und Slotvorgaben sowie durch Lenkungsmassnahmen wie Anpassungen an den Immissionsgebühren soll eine nachhaltige Verbesserung der Situation durch eine spürbare Reduktion der verspäteten Flüge erreicht werden. So ist etwa angedacht, die Lärmabgaben zu der fraglichen Zeit stark zu erhöhen und auf diese Weise die Airlines dazu zu bringen, ihre Rotationen nach Zürich realistischer und weniger verspätungsanfällig zu planen sowie konsequent das leiseste verfügbare Flugzeugmodell einzusetzen.

Die Flughafen Zürich AG hat daher im Dezember 2024 einen Antrag für die Anpassung der Lärmgebühren und Aktualisierung der Einteilung der verschiedenen Flugzeugtypen in die fünf Lärmklassen beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) eingereicht.

Die letzte Neuberechnung des Lärmgebührenmodells liegt mehr als zehn Jahre zurück. Deshalb erfolgt unter Berücksichtigung der technologischen Entwicklung eine Neueinteilung der Flugzeugtypen anhand der Lärmmessdaten 2023 in fünf Lärmklassen.

Neben der Neueinteilung der Lärmklassen soll auch eine Erhöhung der Lärmzuschläge für Starts nach 23:00 sowie eine zusätzliche Gebührenstufe für Starts ab 23:15 eingeführt werden. Damit soll der Anreiz geschaffen werden, dass im Verspätungsfall möglichst rasch gestartet wird. Auch die Zuschläge für Landungen zwischen 23:15 und 23:30 sollen erhöht werden. Bis 23:30 gilt am Flughafen Zürich ein bewilligungsfreier Verspätungsabbau.

Nebst den Lärmzuschlägen in der Nacht werden auch die Tageslärmgebühren angemessen erhöht. Ziel ist eine Förderung der Flugzeugflottenerneuerung durch die Fluggesellschaften. Im Vordergrund steht die Ablösung der Kurz- und Mittelstreckenflotten (A320-Familie). Damit sollen Anreize zur Anschaffung der A320neo geschaffen werden.

Die Anhebung der im internationalen Vergleich bereits hohen Lärmzuschläge für laute Flugzeuge in Zürich entspricht auch dem SIL-Objektblatt, das derzeit in der Vernehmlassung ist. Dieses sieht längerfristig sogar eine Verdreifachung der heutigen Lärmzuschläge für Starts nach 23:00 Uhr vor.