Österreichs fünf Regionalflughäfen im Rückblick 2025 und Ausblick 2026

13.02.2026    Quelle: Franz Zussner, Korrespondent Österreich         

Flughafen Salzburg (SZG)

Österreichs zweitgrösster Flughafen nach Wien und wichtigster Regionalflughafen verzeichnete 2025 ein fast gleichbleibendes Passagieraufkommen wie 2024. Mit 1'774'454 Passagieren (-0,71 Prozent), einem leichten Plus beim MTOW und den Flugbewegungen kann man am W.A.Mozart-Airport durchaus zufrieden sein. Lediglich bei der Fracht wurde mit 9.307 Tonnen ein knappes Minus von 1,76 Prozent verzeichnet.

Streckennetz als Standortfaktor: Die Anbindung an internationale Drehkreuze für Reisende, den Tourismus und die regionale Wirtschaft ist eines der wichtigsten Ziele des Flughafens. Salzburg steht in Europa mit rund 600 Flughäfen in harter Konkurrenz, daher ist es wichtig eingeführte Strecken zu behalten, gezielt Frequenzen auszubauen und neue attraktive Ziele ins Flugprogramm aufzunehmen und den Standort Salzburg und die Region international noch besser zu vernetzen, betonte Flughafen-Geschäftsführerin Bettina Ganghofer. Touristisch bleiben im Winter Grossbritannien, Skandinavien und die Niederlande die wichtigsten Herkunftsmärkte. So sind die Februar-Wochenenden mit bis zu 180 Flugbewegungen an Samstagen und Sonntagen die frequentiertesten im Jahr und ein Highlight für Spotter. Im Sommer sind die Warmwasser-Destinationen rund ums Mittelmeer die beliebtesten Ziele. Dubai, mit FlyDubai erwies sich als goldrichtige Ganzjahres-Destination. Auf der Linie sind vor allem die bewährten Städte- und Hubverbindungen nach Deutschland, Niederlande und Grossbritannien die Zugpferde für Städte- und Geschäftsreisenden, auch im anstehenden 100. Jubiläumsjahr.

Fit für die Zukunft: Betreffend Investitionen ist noch ein Rückstau aus den Corona-Jahren aufzuarbeiten sagte Ganghofer (Infrastruktur, Entry-Exit System, Rechenzentrum, PV-Anlagen usw.) Im Vorjahr wurden daher rund acht Millionen Euro für betriebliche Erfordernisse investiert. 2,5 Mio. davon wurden für das Projekt «Terminalentwicklung» ausgegeben. Das Grossprojekt Terminalerneuerung wird 2027 gestartet und wird 105 Mio. Euro kosten. Hier werden das Hauptterminal, errichtet Mitte der 1960er Jahre und das Amadeus-Terminal 2, erbaut 2005, technisch, architektonisch und baulich verbunden und zu einer durchgängigen, modernen Terminal-Landschaft weiterentwickelt. Geplante Fertigstellung 2033. Der Flughafen kämpft leider noch mit Altlasten, den sogenannten PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) auch «Ewigkeits-Chemikalien» genannt, die in den letzten Jahrzehnten durch Löschschaum von verpflichteten Feuerwehrübungen in das Grundwasser eingebracht wurden. Diese Sanierung wird rund 12 Mio. Euro kosten. Der Flughafen ist attraktiver Arbeitgeber für rund 1'300 Menschen und will das Umweltziel der Netto CO² Neutralität bis spätestens 2040 erreichen.

oben: FlyDubai bedient Salzburg teilweise noch mit älteren Boeing 737 Next Generation wie der 2014 gebauten Boeing 737-8KN A6-FEQ (Franz Zussner, Salzburg, 17.6.25).

unten: An Winterwochenenden herrscht in Innsbruck Hochbetrieb, und das eher kleine Vorfeld füllt sich mit Skicharter-Flügen aus Nordeuropa und Grossbritannien. Diesen Spitzentagen verdankt der Tiroler Flughafen seinen Rang als passagiermässig zweitgrösster Regionalflughafen Österreichs, denn der ganzjährige Planverkehr ist überschaubar (Christian Schöpf, Innsbruck, 14.1.23).

Flughafen Innsbruck (INN)

Der Innsbrucker Flughafen hat sein 100-jähriges Jubiläum, das im Vorjahr gefeiert wurde, bereits hinter sich. Der Winter ist und bleibt die Hauptsaison am drittgrössten Verkehrsflughafen und zweitgrössten Regional-Flughafen Österreichs. Mehr als 60 Prozent der Jahrespassagiere werden im 1. Quartal abgefertigt und sind daher ein nicht unerheblicher Gradmesser für die wirtschaftliche Bilanz des Gesamtjahres. Im Vorjahr wurden 882'876 Passagiere verzeichnet, ein Plus von 2,4 Prozent - und dies trotz rückläufiger Flugbewegungen von 0,8 Prozent. Die Wintersaison 2025/2026 legte einen sehr guten Start hin und mit mehr als 107'000 Passagieren brachte der Dezember 2025 ein Plus von 3,6 Prozent. Der Ausblick auf den Sommer 2026 ist positiv, obwohl die europäische Airline-Landschaft sich permanent verändert. So gab es von Mai bis Oktober des Vorjahres ein Passagierplus von 6,4 Prozent, ein Zeichen, dass die heimischen Fluggäste die Flüge ab INN durchaus sehr zu schätzen wissen.

Volatile Airline-Landschaft: Innsbruck leidet an der sich andauernden Veränderung des Marktumfeldes. Faktoren, wie anhaltende Kapazitätsengpässe bei Fluggeräten, die Ausdünnung regionaler Strecken, insbesondere im deutschsprachigem Raum sowie anhaltende Diskussionen um Flugabgaben und deren Einfluss auf die Ticketpreise prägen das Umfeld, so Marco Pernetta, Geschäftsführer des Innsbrucker Flughafens. Die Streichung der Frankfurt-Strecke war die unmittelbare Auswirkung dieser volatilen Airline-Landschaft, um die Innsbruck immer wieder gekämpft hatte und für die Tiroler Wirtschaft eine wichtige Hub-Verbindung darstellte. «Wir arbeiten aber intensiv daran wieder eine tragfähige und ganzjährige Anbindung an ein zweites internationales Drehkreuz neben Wien zu bekommen«», so Pernetta. Mit der neuen Destination Düsseldorf, mehreren Frequenzerhöhungen aus Grossbritannien, dem wichtigsten Quellmarkt für Innsbruck, konnten bereits positive Impulse nicht nur für den Sommer 2026 gesetzt werden.

Flughafen Graz (GRZ)

Das Wachstum setzt sich fort: Linie, Charter und Fracht hatten im Vorjahr zugelegt, lediglich die General Aviation hatte ein leichtes Minus bei den Movements zu verzeichnen. So verzeichnete der Airport der zweitgrössten Stadt Österreichs im Vorjahr 831'095 Passagiere (+1,4 Prozent) und legte auch bei der Fracht um 4,4 Prozent auf 19'500 Tonnen zu. Am 13. Januar 2026 kam es aufgrund von Flight Diversions wegen sehr starker Vereisung der Start- und Landebahnen in Wien zu einigen interessanten Ausweichlandungen von Grossraumflugzeugen, die normalerweise nicht in GRZ zu sehen sind. Ein Top-Tag für die regionalen Spotter.

Neue Destination London: Ein lang geplanter Wunsch ging endlich in Erfüllung: Seit 21. November 2025 verbindet BA Euroflyer GRZ mit London-Gatwick. Vorerst dreimal wöchentlich (Mo, Mi,Fr) startet ein Airbus A320 in die britische Metropole. Die Nachfrage ist ausgezeichnet, so dass eine Frequenzerhöhung nicht auszuschliessen ist. Mit neun Linien-Destinationen, davon sechs an grosse Hubs, 16 Ferienflugzielen sowie vielen Kurzketten und Städteflüge ist der Flughafen Graz gut aufgestellt. Insgesamt stehen derzeit 35 Destinationen in 14 Ländern am Flugplan und mit einmal Umsteigen sind mehr als 200 Ziele weltweit zu erreichen. Mit der kürzlich eröffneten Koralmbahn rückt der Airport als Mobilitätsdrehscheibe ins Zentrum der sogenannten Area-South.

 

Ungünstige Wetterbedingungen am Hauptstadtflughafen Wien führten die Boeing 787-10 B-17803 der taiwanesischen EVA Air ausnahmsweise als Ausweichlandung nach Graz (Helmut Gmeindl, Graz, 13.1.26).

Flughafen Linz (LNZ)

Wachstum auf niedrigem Niveau, hadern mit der Frankfurt Verbindung, so könnte man das Jahr 2025 zusammenfassen. Die für die oberösterreichische Wirtschaft wichtige Verbindung von Linz nach Frankfurt wurde von Austrian Airlines, nach längerer Unterbrechung, im November 2024 wieder aufgenommen und war dadurch Treiber der guten Passagierstatistik für 2025. Lieder musste diese Verbindung mit Ende Oktober 2025 mangels Auslastung wieder eingestellt werden. Nach europaweiter Ausschreibung wird die dänische DAT ab 29. März 2026 Linz wieder mit Frankfurt verbinden. Als Fluggerät soll eine ATR 72 zum Einsatz kommen. Die Oberösterreichische Landesregierung leistet dazu eine vierjährige Anschubfinanzierung, die sehr umstritten ist. Die Luftfracht ist das zweite grosse Standbein am Flughafen Linz. Das Segment «geflogene Fracht» konnte mit 15'215 Tonnen ein stabiles Ergebnis (-0,3 Prozent) verzeichnen. Insgesamt wurden 47'865 Tonnen umgeschlagen (-9,5 Prozent). Ryanair ist auch wieder zurück in Linz und ergänzt mit London, Alicante und Mallorca das Sommerflugprogramm des Airports.

Flughafen Klagenfurt (KLU)

Erfolgreiches Jahr mit Weichenstellungen für eine positive Weiterentwicklung: Der wieder verstaatlichte Flughafen hat eine lange Durststrecke hinter sich und möchte an erfolgreichere Tage anknüpfen. Im Vorjahr nutzten 175'347 Passagiere den Alpen Adria Airport, das sind um 27,2 Prozent mehr als 2024. Die Flugbewegungen erhöhten sich um 20,4 Prozent auf 2.114 Starts- und Landungen. Bei der General Aviaton gab es einen Zuwachs auf 3'059 Gäste (+7 Prozent), alles von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend. So gab es im Jahr 2005 bereits etwas mehr als 522'000 Passagiere, die bis dato nicht mehr erreicht werden konnten. Eurowings, Ryanair sowie Charterflüge im Sommer waren die Wachstumstreiber 2025.

Ausblick 2026: Frequenzerhöhungen durch Eurowings nach Köln/Bonn, Ryanair startet öfter nach London und Palma/Mallorca und Austrian fliegt mehrmals täglich nach Wien. Im Charterverkehr sind vor allem die griechischen Inseln Paros, Naxos und Skiathos die Hauptziele. KLU verfügt über 420.000 m² nicht für den Flugbetrieb notwenige Flächen, die für eine Vielzahl von Investitionsprojekten geeignet sind. 2025 startete die Ausschreibung für diese frei verfügbaren Flächen, um den Standort wirtschaftlich zu beleben. Mehrere Bauprojekte, wie ein Hubschrauberstützpunkt für Einsatzkräfte, ein modernes Business-Terminal für die GA sowie die Planung einer neuen Zufahrtsstrasse für die südlichen Flächen, sind am Start. Der Abflugbereich wird umgebaut, um zukünftig als zusammenhängende Fläche für Events genutzt zu werden. Der Airport wird seit dem Vorjahr auch von den österreichischen Luftstreitkräften als Ersatzflughafen für die Eurofighter-Flotte genutzt. Immer öfter werden einige Kampfjets in KLU stationiert, um bei gewissen Arbeiten den Fliegerhorst Hinterstoisser/Zeltweg zu entlasten und den Eurofighter-Piloten auch das Kennenlernen anderer Flughäfen zu ermöglichen.