Die SATA-Story: Aufstieg und Untergang eines Schweizer Charter-Pioniers
03.08.2025
Am 29. Juni 1966 wird in Genf von drei namhaften Aktionären die SATA (Société Anonyme de Transport Aerien) als Chartergesellschaft ins Leben gerufen. 1968 kann die SATA eine Convair CV-640 Metropolitan (HB-IMM) mit 56 Sitzplätzen erwerben. Erste Reisegruppen haben nun die Möglichkeit, mit der SATA in den Urlaub am Mittelmeer zu fliegen. Ab 1970 beginnt das Jet-Age mit bis zu fünf Sud Aviation Caravelle und drei Douglas DC-8, die zu Urlaubszielen in Europa und Übersee eingesetzt werden. Daneben verchartert SATA ihr Fluggerät in der Nebensaison als Frachter oder für Pilgerflüge nach Mekka, auf denen die Mitarbeiter von Delfinen im Frachtraum bis zu Gaskochern an Bord allerhand Denkwürdiges erleben...
oben: Auch ab dem Flughafen Sion, Kanton Wallis flog die SATA Convair CV. 640 HB-IMM nicht nur sonnenhungrige Touristen an die Strände der Balearen, sondern war auch immer wieder mit Pilgern auf Charterflügen nach Tarbes/Lourdes nahe den Pyrenäen und nach Santiago de Compostela in Spanien unterwegs (Sammlung Andy Herzog, Juni 1973).
Nach dem tragischen Absturz der Caravelle 10R HB-ICK bei Madeira kurz vor Weihnachten 1977 gerät die Gesellschaft immer mehr unter Druck. Mit einem Vertrag zur Übernahme von zwei Lockheed TriStar, die PSA Pacific Southwest Airlines an den Hersteller retourniert hat, will SATA in einem Befreiungsschlag die alternden die unwirtschaftlichen DC-8 ersetzen und vorsichtig gewordene Reisebüros zurück an Bord holen. Doch die verschuldete Gesellschaft schafft den Turn-Around nicht mehr und verliert im Spätsommer 1978 schliesslich ihr Luftfahrzeug-Betreiberzeugnis, was ihr sofortiges Ende bedeutet. Wenige Wochen später geht die Nachfolgerin CTA an den Start, mit drei Caravelle und vielen ehemaligen SATA-Mitarbeitern.
oben: Aus New York, JFK kommend befindet sich die DC-8-53 HB-IDB im Final Approach auf den Flughafen Zürich-Kloten (Sammlung Andy Herzog, Zürich, 19.4.76).
unten: Wie so oft im Herbst- und den Wintermonaten werden jeweils diverse Kurse wegen Nebels in Zürich-Kloten nach Basel-Mulhouse oder Genf-Cointrin umgeleitet. So auch anfangs Oktober 1978, als gleich drei von fünf SATA SE-210 Caravelle 10R HB-ICQ, ICN und ICO den Aviatik-Enthusiasten vor die Linsen kamen, dies nur wenige Tage vor dem Konkurs des Unternehmens (Christoph Hartmann, Basel, 8.10.78).
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Sie finden den Rückblick auf die zwölfjährige Geschichte der SATA in voller Länge an Ihrem Kiosk, abgedruckt in der August-Ausgabe des Luftfahrtmagazins Skynews.ch. Zudem finden Sie in unserer SATA-Galerie weitere historische Aufnahmen der SATA - inklusive der Lockheed TriStar, die Lockheed der Genfer Airline bei Vertragsunterzeichnung für die beiden bestellten L-1011 als handgefertigtes Modell überreicht hat und die es im Gegensatz zu ihren Vorbildern als Einzige in die Schweiz geschafft hat. Untenstehend der Beweis...