Gulf Air verdoppelt Boeing 787-Flotte
25.07.2025 Quelle: Simple Flying
Gulf Air, die nationale Airline aus Bahrain, betreibt als einzige Widebodies in ihrer Flotte derzeit zehn Boeing 787-9 Dreamliner, die aus einer Bestellung aus dem Jahr 2017 stammen, und erwartet noch die Lieferung zweier ausstehender Einheiten. Diese Bestellung über zwölf Boeing 787-9 ersetzte eine bereits 2007 getätigte ursprüngliche Order über 16 kleinere Boeing 787-8, zu deren Auslieferung es nie kam.
Nun hat das Unternehmen eine Anschlussbestellung über weitere Boeing 787-9 getätigt. Zwölf zusätzliche Einheiten wurden fest bestellt und für weitere sechs Dreamliner wurde eine Option getätigt. Mit den beiden noch ausstehenden Lieferungen aus der Bestellung von 2017 und den nachbestellten Jets verdoppelt Gulf Air somit ihre Langstreckenflotte auf 24 Boeing 787-9. Der Wert dieses Auftrags wird nach Listenpreis mit rund 4,6 Milliarden US-Dollar angegben.
Bemerkenswert ist, dass die nachbestellten Dreamliner mit dem GEnx-Triebwerk von General Electric ausgerüstet werden, während die Flugzeuge der früheren Bestellung (inklusive der beiden noch zu liefernden Einheiten) durch das Rolls-Royce Trent 1000 angetrieben werden. Dieses Triebwerk hat allerdings in den letzten Jahren zahlreichen Betreibern ungeplante Standzeiten ihrer Dreamliner-Flotten beschert, da technische Probleme und Engpässe in der Wartung und Ersatzteillieferung immer wieder dazu führen, dass mit dem Triebwerk ausgerüstete Dreamliner für längere Zeit am Boden bleiben müssen.
Gulf Air betreibt ihre Dreamliner in einer Zwei-Klassen-Kabine mit 26 Sitzen in der Business-Klasse «Falcon Gold» und 256 Sitzen in der Economy-Klasse.
Seit Dezember 2018 steht die Boeing 787-9 A9C-FE als eine von bisher zehn übernommenen Einheiten beim bahrainischen Flagcarrier Gulf Air im Einsatz (Francesco Frasa, London Heathrow, 6.12.23).
Der Flottenausbau ist Teil der Bemühungen der Airline, ihre Präsenz auf dem internationalen Parkett zu erhöhen und verlorene Märkte zurückzuerobern. Gulf Air war einst als multinationale Airline der Königreiche Bahrain, Oman, Qatar und des Emirates Abu Dhabi gegründet worden. Sie war von 1973 bis anfangs der 2000er Jahre die führende Airline aus den Golfstaaten. Mit dem Aufbau eigener, inzwischen sehr erfolgreicher nationaler Fluglinien in Abu Dhabi (Etihad Airways), Oman (Oman Air) und Qatar (Qatar Airways) sowie der starken Konkurrenz durch Emirates aus Dubai geriet Gulf Air ab der Jahrtausendwende immer mehr in Bedrägnis. 2006 wurde sie auf die Rolle der nationalen Airline Bahrains zurückgestutzt und sie schrumpfte ihre Flotte ebenso wie ihr Netzwerk massiv. Es folgte eine Dekade der Unsicherheit und schmerzhaften Restrukturierung. Seit 2016 treibt Gulf Air eine Rückkehr zum früheren Glanz voran, wozu auch die grundlegende Erneuerung der Flotte auf die Boeing 787 und die Airbus A320neo-Familie gehört.
Rückkehr nach New York-JFK im Oktober
Nun will Gulf Air ihre globale Präsenz wieder verstärken. Als ersten Meilenstein treibt sie die Rückkehr in den US-Markt voran. Ab 1. Oktober 2025 wird sie wieder non-stop zwischen Bahrain und New York-JFK verkehren, nachdem sie diese Verbindung 1997 eingestellt hatte. Der Flug über eine Distanz von 5,747 NM (10,643 km) kann mit der Boeing 787-9 non-stop in einer Flugzeit von rund 14 Stunden bewältigt werden. Weitere internationale Ziele in Nordamerika, Europa und Asien sollen folgen, doch sind hierzu noch keine Details bekannt gegeben worden.
Aufbau eines Wartungszentrums für Dreamliner
In einem zusätzlichen Vertrag mit dem Hersteller Boeing hat Gulf Air die Absichtserklärung abgegeben, an ihrem Sitz in Bahrain den Aufbau eines Kompetenz- und Wartungszentrum für den Unterhalt von Boeing 787 Dreamlinern zu planen, das nicht nur der Wartung der eigenen Flugzeuge dienen soll, sondern auch Drittkunden aus der Region anziehen soll, wo sich der Dreamliner einer grossen Nachfrage erfreut.
Inklusive der Bestellung von Gulf Air hat Boeing nun Order für insgesamt 2'199 Boeing 787 Dreamliner eingesammelt, von denen 1'198 bereits ausgeliefert und 1'001 noch ausstehend sind. Diese verteilen sich auf die Versionen Boeing 787-8 (total bestellt 431, ausgeliefert 398, noch ausstehend 33), Boeing 787-9 (total bestellt 1'372, ausgeliefert 676, noch ausstehend 696) und Boeing 787-10 (total bestellt 396, ausgeliefert 124, noch ausstehend 272), wie der Flugzeugbauer ausführt.