Rückblick auf die Langstrecken-Airlines SATT und Point Air am EuroAirport
19.05.2025
Im Herbst 1980 kaufte die Association Le Point die beschlagnahmte Boeing 707-321B F-OGIV der SATT und liess sie mit dem eigenen Logo und der Aufschrift Point Air versehen. Die Betreiberlizenz als Airline erhielt sie jedoch erst anfangs 1981 (Christoph Hartmann, Basel, 20 Juni 1982).
1977 gründen Hotelbesitzer auf den Antillen die SATT Société Antillaise de Transport Touristique. Mit dem Einstieg des Elsässer Reiseunternehmers Maurice Freund wird aus dem Projekt eine reale Airline, die ab Sommer 1978 mit zunächst einer, später zwei Boeing 707 ab Basel-Mulhouse Urlauber nach Athen, Lima, Mexiko City und Point-a-Pitre fliegt. Doch das Unternehmen gerät bald in finanzielle Schieflage, und nach nur zwei Jahren beschlagnahmen die französischen Behörden beide Flugzeuge der überschuldeten Airline.
oben: SATT übernahm die Boeing 707-321B F-OGIV im Juni 1978 als ihr erstes Flugzeug und setzte sie in der Folge auf einem intensiven Programm mit Flügen nach Athen, Lima, Mexico City und Point-a-Pitre ein. Genau zwei Jahre später wurde sie zusammen mit ihrer Schwester F-OGIW wegen unbezahlter Rechnungen über 35 MIllionen Francs von den französischen Behörden beschlagnahmt (Werner Soltermann, Basel-Mulhouse, Dezember 1978).
unten: Beide Boeing 707-321B der SATT stammten aus Beständen der Pan Am und behielten während ihrer gesamten Einsatzzeit bei SATT die klassische Grundbemalung der US-Airline. Die im Mai 1979 via die Leasingfirma Guiness Peat übernommene F-OGIW sucht hier für die technische Wartung den Flughafen London-Heathrow auf, wo ihre Vorbesitzerin Pan Am einen eigenen Wartungshangar betrieb (Sammlung Andy Herzog, London Heathrow, September 1979).
Im Herbst 1980 kauft die Association Le Point die beschlagnahmte Boeing 707-321B F-OGIV der SATT und lässt sie mit dem eigenen Logo und den Aufschriften Point Air versehen. Zunächst darf sie nur Clubmitglieder der Association Le Point transportieren, erst Anfangs 1981 erhält sie die behördliche Zulassung als zum Passagiertransport lizenzierte Fluggesellschaft.
Point Air, wie die Gesellschaft nun heisst, setzt die Boeing 707 nach Ouagadougou und Lomé ein, bietet bald aber auch Urlaubsflüge zu Mittelmeerdestinationen an. Gleichzeitig mit dem Erwerb ihrer ersten DC-8 Super Sixty aus Beständen der Capitol erhält Point Air im Sommer 1982 auch die Bewilligung für Langstreckenflüge nach La Réunion. Vier Tage vor Weihnachten 1985 folgt ein zweites Flugzeug des selben Musters, allerdings diesmal in Form einer modernisierten und auf wirtschaftlichere CFM56-Triebwerke umgerüsteten DC-8-70.
Immer wieder kämpft auch Point Air mit Hürden und Auflagen, die ihr die französischen Behörden in den Weg legen, denn eine auf der Langstrecke erfolgreiche unabhängige Konkurrenz zur Nationalairline Air France ist alles andere als willkommen...
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Etwa im Frühsommer 1984 erhielt die Boeing 707-321B F-BSGT im Rahmen einer Grundüberholung neu gestaltete, grössere Point Air Aufschriften, die sie bis zu ihrem Ausscheiden aus der Flotte trug (Sammlung Werner Soltermann, Basel-Mulhouse, Sommer 1985).
oben: Point Air erwirbt die DC-8-61 F-GDPS «Les Trois Voltas» Mitte April 1983 von der US-Charterairline Capitol Air, deren Grundbemalung sie vorderhand bei Point Air behält. Sie ergänzt bis zum Eintreffen einer zweiten DC-8 die Boeing 707 der Point Air auf Urlaubsflügen in Europa und Langstreckendiensten nach La Réunion und Westafrika (François Hug, Basel-Mulhouse, 27.6.84).
unten: Als zweites Flugzeug des Typs erwirbt Point Air kurz vor Weihnachten 1985 die DC-8-71 F-GMFM. Die einst für JAL Japan Airlines gebaute Maschine wurde 1982 als eine der ersten DC-8 Super Sixty im Auftrag ihres damaligen Besitzers ONA Overseas National Airlines auf moderne CFM56-Triebwerke umgerüstet und stand anschliessend als N917R im Einsatz. Die beim Umbau angebrachte neue Bemalung der ONA blieb als Grundbemalung bei Point Air erhalten und wurde später auch auf der DC-8-61 F-GDPS angebracht (Nikki Scherrer, Basel-Mulhouse, 22.4.88).