Düstere Aussichten für IndiGos Langstrecke - Dreamliner scheiden Ende Oktober 2026 aus

01.08.2026    Quelle: FlightGlobal         

Nur noch bis Ende Oktober 2026 werden Boeing 787-9 von Norse Atlantic Airways im Auftrag von IndiGo Airlines nach Europa unterwegs sein. Danach wird die seit Herbst 2025 andauernde Partnerschaft aufgelöst. Ursprünglich waren sechs Boeing 787-9 aus der Flotte von Norse Atlantic für IndiGo unterwegs. Seit der Aufgabe der Linien nach Manchester werden noch deren fünf benötigt. Die für IndiGo eingesetzten Maschinen erhielten jeweils eigens aufgeklebte Titel. Es waren teilweise aber auch Maschinen mit Norse-Titeln für IndiGo im Einsatz.

Beide Parteien führen vor allem die Spannungen im Mittleren Osten ins Feld, um die Auflösung ihrer Partnerschaft zu begründen. Das Kriegstreiben im Iran und den umliegenden Ländern zwingt IndiGo zu längeren Umwegen, was die gesamte Operation enorm kompliziert. Höhere Treibstoffpreise, ein höherer Verbrauch wegen der Umwege sowie immer wieder neu zu erwirkende Überflugbewilligungen sorgten für mehr Aufwand finanzieller und bürokratischer Natur.

Seitens IndiGo ist die Rede davon, dass man ab 2027 wieder mit Widebodies ins Langstreckengeschäft einsteigen möchte. Dann ist nämlich die Ablieferung der ersten von insgesamt 60 bestellten (plus 40 Optionen) Airbus A350-900 geplant. Vorerst sollen auf der Linie zwischen Mumbai und Amsterdam Airbus A321XLR eingesetzt werden, während die Flüge ab Delhi und Mumbai nach London-Heathrow sowie Manchester ersatzlos gestrichen werden. 

Ähnlich düster wie im Anflug auf die Piste 27R in Heathrow sieht es für die Langstreckenverbindungen von IndiGo Airlines aus. Per Ende Oktober 2026 wird die Partnerschaft mit Norse Atlantic Airways aufgelöst und die Linien müssen zumindest vorübergehend eingestellt werden (Joel Vogt, London-Heathrow, 15.5.26).

Für Norse Atlantic Airways sorgt der Verlust dieses Grossauftrages ebenfalls für eine Herausforderung. Die zuletzt fünf bei IndiGo aktiven Maschinen müssen sinnvoll im Geschäft platziert werden können. So sollen die Dreamliner im Winter 2026/27 wieder vermehrt auf Linien in eigener Regie unterwegs sein. Die Rede ist dabei von einem Ausbau der Verbindungen nach New York oder Orlando, die für Norse Atlantic zumindest im Winter profitabel sein sollen. Nichtsdestotrotz ist man sich bei Norse Atlantic bewusst, dass es für die Airline ums Überleben geht. Mittelfristig stehen ein Verkauf, eine Fusion oder eine erneute engere Partnerschaft mit einer anderen Airline im Fokus.