Luxair baut Flotte mit weiteren B737 MAX und Embraer E2 aus
26.07.2026 Quelle: Serge Braun - Korrespondent LUX
Die luxemburgische Nationalairline Luxair befindet sich aktuell im grössten Flottenmodernisierungsprozess ihrer Geschichte. Die bisherigen Boeing 737 Next Generation und De Havialland Canada Dash 8Q-400 werden schrittweise durch Boeing 737 der MAX-Familie und Embraer E2-Jets ersetzt. Nun erhält das Programm durch die Umwandlung fünf bestehender Optionen in Festbestellungen und die Platzierung dreier neuer Optionen zusätzlich Schwung.
Drei Embraer 190-E2 für die Regionalflotte
Nachdem Luxair schon sechs lange Embraer 195-E2 bestellt hat, wovon vier bereits im Liniendienst stehen, wandelt die Airline nun drei Optionen in Festbestellungen für das kürzere Schwestermodell Embraer 190-E2 um. Zugleich wurde eine neue Option auf eine vierte Embraer 190-E2 gezeichnet. Beide Typenmuster sind selbstverständlich «Common Rated», können also gleichermassen von allen auf der E2-Plattform geschulten Mitarbeitern geflogen, gewartet und bereedert werden. Der einzige Unterschied liegt in der angebotenen Kapazität und dem Startgewicht, was einen flexiblen Einsatz der beiden Muster in Abhängigkeit von der Nachfrage und den operationellen Bedingungen erlaubt. Die Embraer 190-E2 wird bei Luxair mit 100 Sitzplätzen in der üblichen 2+2-Konfiguartion ausgestattet, womit sie im Vergleich zu den mit 136 Sitzen ausgestatteten Embraer 195-E2 rund 25% weniger Kapazität bietet. Beide Flugzeuge weisen dabei eine Ein-Klassen-Kabine auf.
Die Auslieferung ihrer ersten Embraer 190-E2 erwartet Luxair voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2028.
Mit der Umwandlung dreier bestehender Optionen wird ab Ende 2028 auch die kleinere Embraer 190-E2 zur Regionalflotte der Luxair stossen (Visualisierung Embraer, Juli 2026).
Zwei weitere Boeing 737-10 MAX fest bestellt
Bislang hatte Luxair in mehreren aufeinanderfolgenden Bestellungen insgesamt vier Boeing 737-7 MAX, acht Boeing 737-8 MAX und zwei Boeing 737-10 MAX bestellt, wobei das erst- und letztgenannte Modell derzeit mit mehreren Jahren Verspätung in der Endphase ihrer Musterzulassung stehen. Dennoch hat sich Luxair bereits vor der Markteinführung der ersten Boeing 737-10 MAX dazu entschieden, ihr Portfolio um zwei weitere Einheiten der grössten MAX-Variante zu erweitern, indem sie zwei bereits früher getätigte Optionen in Festbestellungen wandelt. Zugleich platzierte sie zwei neue Optionen auf das Muster.
Interessanterweise ist in der Presseaussendung von Boeing zur Wandlung der Luxair-Optionen ausdrücklich davon die Rede, dass die Flotte durch die nachbestellten Boeing 737-10 MAX auf acht Boeing 737-8 MAX und bis zu sechs Boeing 737-10 MAX anwachsen könnte - von den vier 2023 bestellten Boeing 737-7 MAX, deren einziger Kunde in Europa Luxair ist, wird in diesem Zusammenhang nicht mehr gesprochen, obwohl offiziell bislang nichts über eine Stornierung dieses Auftrags bekannt wäre. Aus Kreisen von Luxair-Mitarbeitern ist zu vernehmen, dass eine Wandlung der MAX 7-Order in grössere Boeing 737-8 MAX zumindest schon einmal geprüft worden sei. Ob die Verzögerungen bei der Zulassung der Boeing 737-7 MAX oder die attraktivere Wirtschaftlichkeit der Boeing 737-8 MAX im Fokus solcher Überlegungen steht, bleibt derzeit reine Spekulation.
Mit nun vier Festbestellungen und zwei Optionen wird die Boeing 737-10 MAX Luxair einen Ausbau ihres Angebots auf nachfragestarken Strecken erlauben (Visualisierung Boeing Company, Juli 2026).