Air Zimbabwe kehrt im Sublease nach London-Gatwick zurück
19.07.2026 Quelle: Chapman Freeborn
Seit Air Zimbabwe im Mai 2017 auf die «Schwarze Liste» unsicherer Fluggesellschaften aufgenommen wurde, denen die Mitgliedstaaten der EU den Einflug in ihren Luftraum verbieten (diplomatische Flüge mit Sondergenehmigung ausgenommen), kann die 1980 gegründete Fluglinie aus dem südafrikanischen Staat keine Destinationen in Europa mehr bedienen. Allerdings stellte sie bereits 2011 die Bedienung ihrer letzten verbliebenen Strecke nach Europa ein, die Harare mit London Gatwick verband, nachdem eine ihrer beiden Boeing 767 auf Begehren der Gläubiger unbezahlter Ersatzteillieferungen festgesetzt wurde.
Nun wird aber diese Verbindung ab 22. Juli 2026 wieder aufgenommen. Da Air Zimbabwe aber weiterhin auf der «Schwarzen Liste» steht, werden die Flüge im Rahmen eines langfristigen ACMI-Wetlease durch die spanische Air Plus Ultra mit einem Airbus A330-300 unter Air Zimbabwe Flugnummern durchgeführt. Geplant sind vorerst drei wöchentliche Rotationen jeweils über Nacht nach folgendem Flugplan:
Harare - London Gatwick:
Mi: UM724 HRE ab 22:40 LGW an 08:10 (am Folgetag)
Fr: UM724 HRE ab 22:30 LGW an 08:00 (am Folgetag)
So: UM724 HRE ab 23:00 LGW an 08:30 (am Folgetag)
London Gatwick - Harare:
Mo: UM725 LGW ab 21:35 HRE an 09:05 (am Folgetag)
Do: UM725 LGW ab 19:10 HRE an 06:40 (am Folgetag)
Sa: UM725 LGW ab 18:20 HRE an 05:50 (am Folgetag)
Aus zweiter Hand stammt der Airbus A330-202 EC-NUL von Plus Ultra. Vor seiner Zeit bei Plus Ultra war er von 2009 bis 2022 bei Air Europa unterwegs. Er wird hier in Madrid-Barajas vom Terminal 4 her zu den Hangars im Süden des Flughafens gezogen (Joel Vogt, Madrid, 9.3.23).
Die Wiederaufnahme der Verbindung nach London bedeutet Air Zimbabwe mehr als bloss eine Wiederherstellung eines früheren Dienstes. Zwischen den beiden Ländern stellt sie nicht nur frühere kommerzielle und kulturelle Verbindungen wieder her, sondern sie ermöglicht es auch der Diaspora von nach dem Vereinigten Königreich ausgewanderten Bürgern Zimbabwes, wieder ohne Umwege zu Besuchen reisen zu können. Air Zimbabwe erhofft sich auch wichtige Impulse durch Geschäftsreisende und den Ausbau der Frachtkapazität zwischen den beiden Nationen, wovon insbesondere zeitkritische Frachtgüter wie Blumen, Nahrungserzeugnisse und andere verderbliche Waren profitieren werden, die für den britischen und europäischen Markt bestimmt sind.
«Die Wiederaufnahme der Flüge ist ein wichtiger Meilenstein für Air Zimbabwe und ein entscheidender Schritt für uns, die Anbindung Zimbabwes durch Direktflüge in das Vereinigte Königreich zu verbessern. Wir sind stolz, bei diesem Vorhaben eng mit Air Zimbabwe und allen involvierten Partnern und Behörden zusammengearbeitet zu haben» sagt Linas Dovydenas, Vorsitzender bei Chapman Freeborn. «Wir sehen überall in Afrika eine wachsende Nachfrage nach flexiblen Lösungen zur Anpassung der Kapazitäten im Luftverkehrsmarkt, während lokale Airlines ihre internationalen Verbindungen ausbauen, auf wachsende Passagierzahlen reagieren und ihre Flotten möglichst effizient erneuern wollen. ACMI-Mieten von Flugzeugen, Crews, Wartung und Versicherung stellen dabei ein wichtiges Hilfsmittel dar, mit dem Airlines schnell und zuverlässig auf ändernde Marktsituationen reagieren können.»
In den Jahren 1989 und 1990 übernahm Air Zimbabwe mit den beiden Boeing 767-2N0ER Z-WPE und Z-WPF zwei fabrikneue Langstreckenjets, um damit ihre gebraucht aus Lufthansa-Beständen erworbenen Boeing 707-330B zu ersetzen. Während die Z-WPE als ältere Einheit des Paars im Oktober 2018 in Harare ausser Dienst gestellt wurde, ist die ein Jahr jüngere Z-WPF trotz drei mehrjährigen Unterbrüchen in den Jahren 2012-2014, 2017-2018 und 2022-2024 immer noch im aktiven Liniendienst. Da sie nicht mehr nach Europa fliegen darf, seit Air Zimbabwe 2017 auf die schwarze Liste der EU gesetzt wurde, kommt sie zwischen Zimbabwe und der Volksrepublik China zum Einsatz (Chapman Freeborn/Zhou Qiming, Guangzhou Baiyun, 16.8.20).