Starke Bise behindert zeitweise den Verkehr am EuroAirport

15.05.2026    Quelle: Werner Solterman, bsl-mlh-planes.net         

Die Sanierung der Basler Hauptpiste 15/33 kommt gut voran, und die Verantwortlichen des EuroAirport sind sich einig, dass die Arbeiten planmässig am 20.5.26 oder sogar etwas früher abgeschlossen werden können.

Abgenutzte Mittelsektion der Piste komplett erneuert

Bedingt durch die Belastung bei Landungen und Starts müssen Pisten und Rollwege in grösseren Abständen neu aufbereitet werden, wobei jeweils auch die technischen Einrichtungen wie Beleuchtung und Drainage erneuert werden.

Der erste Teil der Hauptpiste am Flughafens Basel-Mulhouse wurde 1953 in Betrieb genommen und schon bald verlängert, um auch die aufkommenden viermotorigen «Grossflugzeuge» aufzunehmen. 1978 wurde die Piste auf die heutigen 3900 Meter verlängert. 1991 wurde der südliche Abschnitt der Piste saniert, 2006/2011 der nördliche Abschnitt. Bei diesen Arbeiten, die grösstenteils nachts durchgeführt wurden, konnte die verkürzte Piste weiterhin genutzt werden.

2026 wurden nun die mittleren 1500 Meter erneuert, was nur mit einer Schliessung der Piste möglich war. Zudem wurde der Rollweg (Taxiway) «Bravo» vom Tarmac bis zur Pistenschwelle 15 auf einer Länge von 2100 Metern vollständig erneuert und mit einem neuen Asphaltbelag versehen. Die Hauptphase der Sanierung wurde seit 2024 vorbereitet und fand nun in einem sehr engen Zeitplan statt. Der durch den EuroAirport selbst zu tragende Aufwand beläuft sich auf rund 40 Millionen Euro.

Die bestehende Betondecke wurde im sanierten Abschnitt vollständig ersetzt. Rund 16’000 m3 Beton und zusätzlich etwa 40'000 Tonnen Asphalt für den Taxiway Bravo wurden verbaut. Die Piste wird gleichzeitig verstärkt, da die neue Betonschicht 38 statt wie bisher 35 Zentimeter aufweisen wird. Die Betonplatten werden zudem auf 4 x 4 Meter verkleinert, um Spannungen besser aufzunehmen und die strukturelle Stabilität zu erhöhen. Damit sollte dieser Pistenbereich für die nächsten 30 Jahre nutzbar sein.

Eine Sanierung während der betriebsfreien Nachtstunden wäre logistisch kaum umsetzbar gewesen. Sie hätte mindestens 400 Nächte in Anspruch genommen, wobei die Baustelle jeden Abend auf- und am Morgen wieder abgebaut werden müsste. Deshalb entschied sich die Direktion des EuroAirport für eine vollständige Sperrung für insgesamt 36 Tage. Auch der Zeitpunkt wurde bewusst gewählt, da im Winter die Temperaturen zu tief gewesen wären und die Sperrung im Sommer die Hochsaison des Flugverkehrs gestört hätte.

Dank des trockenen Wetters sind die Arbeiten bis Ende April deutlich schneller vorangekommen als geplant. Der Aushub erfolgte rasch, und die grossen Betonmaschinen konnten effizient arbeiten. Sie haben die Baustelle bereits wieder verlassen. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 1000 Personen gleichzeitig auf der Baustelle.

Nun werden noch Entwässerungsrillen auf der Piste eingefräst. Diese sorgen dafür, dass das Regenwasser schneller abfliesst und reduzieren dadurch das Risiko von Aquaplaning. Auch werden die neu mit LED-Elementen ausgeführten Beleuchtungen fertiggestellt, wobei der Taxiway Bravo auch eine Mittellinien-Beleuchtung erhalten wird.

Bevor die Piste wieder in Betrieb genommen werden kann, wird noch die Abnahme durch die französische Luftfahrtbehörde (DGAC) durchgeführt. Verläuft alles nach Plan, werden die Flugzeuge ab dem 21. Mai 2026 wieder normal verkehren.

Die Sanierungsarbeiten der Hauptpiste 15/33 am EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg nähern sich dem Ende. Mehrheitlich trockenes Wetter im April liessen die Arbeiten schneller als geplant vorankommen, Bise und Gewitter sorgten dagegen an einigen Tagen für Probleme im Ersatz-Flugverkehr ab der kurzen Querpiste (Christian Brechbühl, Basel, 6.2.26).

Starke Bise behindert zeitweise den Flugverkehr

Dass es mit der Pistensanierung am EuroAirport im April unerwartet rasch vorwärtsging, war dem trockenen und warmen Wetter mit einer längeren, stabilen Bisenlage zu verdanken, doch war dieses Wetter zum Monatsende und in der ersten Maihälfte nicht für alle ein Vorteil.

Wegen der starken und oft böigen Bise mussten zahlreiche Flüge umgeleitet oder sogar annulliert werden. Überschreiten der Rückenwind oder seitliche Böen eine definierte Stärke, sind Starts und Landungen auf der Querpiste 07/25 nicht möglich oder nicht erlaubt.

EasyJet und GP Aviation haben bereits vor der Sanierung damit gerechnet, dass der Wind zu Problemen führen kann, und sie haben sich entsprechend vorbereitet. Sie konnten zwar einen grossen Teil der Flüge planmässig oder mit eingeplanten Verspätungen durchführen, aber es mussten doch einige Flüge ausweichen, vorwiegend nach Genf und Strasbourg, anfänglich vereinzelt auch nach Zürich.

Auch andere ungünstige Wetterverhältnisse wie Gewitter, starker Regen oder Böen könnten den Betrieb bis zum Ende der Sanierungsarbeiten der Hauptpiste am 20. Mai 2026 zeitweise noch einschränken.