Air Asia bestellt A220 in grossem Stil
07.05.2026 Quelle: Airbus Industrie
Air Asia, die grösste Low Cost-Anbieterin Asiens mit Sitz in Malaysia und Tochtergesellschaften in Indonesien, auf den Philippinen und in Thailand sowie der Langstrecken-Tochter Air Asia X, hat in einer aufsehenerregenden Bestellung 150 Airbus A220-300 fest bestellt und weitere 150 Optionen auf das Muster gezeichnet. Sie wird zugleich Erstkundin für die verdichtete Version mit 160 Sitzplätzen, zehn mehr als beim bisher angebotenen Modell. Um die zwei zusätzlichen Reihen einbauen zu dürfen, wird Airbus Canada das Flugzeug mit einem zweiten Notausgang über den Tragflächen ausstatten.
Die zukünftige Flotte von 150 A220-300 visualisiert der Hersteller Airbus Industrie in den Standard-Farben der asiatischen Airline-Gruppe. Wie sie auf die einzelnen Tochterfirmen aufgeteilt werden sollen, ist derzeit noch nicht entschieden (Visualisierung Airbus Industrie, 6.5.26).
Air Asia ist bereits ein guter Kunde bei Airbus Industrie. Die Mutter aus Malaysia und ihre Ableger in Südostasien setzen bisher auf die Airbus A320ceo und A320neo. Für zukünftiges Wachstum ist ein Ausbau der Flotte mit bestellten A321neo und A321neo XLR bereits eingeleitet. Die Langstrecken-Tochter Air Asia X verwendet derweil den Airbus A330-300 sowie A330-900neo für ihr Wachstum in interkontinentale Märkte, doch hat sie dieses im Rahmen einer Reorganisation verlangsamt und zu Beginn des Jahres 15 offene Bestellungen storniert.
Die nun bestellten A220 sollen die bisherigen Muster nicht ersetzen, sondern ergänzen. Insbesondere sollen sie die A320 von regionalen Strecken zugunsten von Destinationen mit hoher Nachfrage freispielen und zugleich die Erschliessung weiterer sekundärer Ziele ermöglichen, um das Air Asia-Netzwerk weiter zu verdichten. Die ersten Auslieferungen sind für 2028 vorgesehen.
Darüber hinaus hat Tony Fernandes, der Gründer von Air Asia und mittlerweile CEO der Investment-Holding Capital A, zu der auch die Air Asia-Gruppe gehört, sein Interesse an einer Weiterentwicklung der A220-Familie um die oft herbeigeredete, aber bislang nur als Konzept existierende A220-500 überdeutlich gemacht, die bezüglich ihrer Kapazität zur direkten, hauseigenen Konkurrenz für den A320neo aufsteigen könnte. «Sobald Airbus Canada die A220-500 mit 185 Sitzen auf den Markt bringt, kaufen wir davon auch nochmals 150 Stück», so Fernandes.
Die Grossbestellung der Air Asia bringt das Orderbuch für den Airbus A220 - einst als Bombardier CSeries lanciert - auf deutlich über 1000 Festbestellungen. Vor der Ankündigung des Air Asia-Deals betrug das Auftragstotal 959 Einheiten, insgesamt 501 Stück davon wurden bis Ende des ersten Quartals 2026 an 25 Kunden ausgeliefert. Nach wie vor leidet das Programm aber an den Liefer- und Abnutzungsproblemen der als einzige Option verfügbaren Pratt & Whitney PW1500G GTF-Triebwerke, weshalb zum Jahreswechsel 2025/26 weltweit nach Beobachtungen von Analysten rund 20 % der bestehenden Flotte am Boden geparkt war.
Air Asia ist zusammen mit ihren Töchtern in Südostasien eine grosse Nutzerin der Airbus A320-Familie, und eine frühe Kundin für den Airbus A320neo. Das erste Exemplar des verbesserten Musters, passend als 9M-NEO eingetragen, übernahm sie bereits Ende August 2016. Insgesamt betreibt Air Asia-Gruppe Stand Mai 2026 207 A320/A320neo, 19 A321P2F und A321Neo sowie 30 A330-300/900neo (Lukas Lusser, Bangkok Don Mueang, 8.3.17).