25 Jahre Ryanair in Österreich
05.05.2026 Quelle: Franz Zussner, Korrespondent Österreich
Im Rahmen einer Pressekonferenz am Flughafen Salzburg feierte Ryanair das Jubiläum «25 Jahre Flüge ab Österreich», denn am 4. April 2001 hob erstmals eine Boeing 737 der Ryanair von Salzburg nach London Stansted ab. Diese Strecke ist somit die älteste und nach wie vor die erfolgreichste Ryanair-Verbindung ab Österreich. Deshalb wurde das Jubiläum am Flughafen Salzburg gefeiert. Europas grösste Fluggesellschaft ist ein Asset für den Airport und trotz aller Widrigkeiten (Flugsteuern, Krisen im Iran und der Ukraine) nicht mehr wegzudenken. Ryanair sorgt für rund eintausend Movements pro Jahr am Mozart-Airport, der im Juni 2026 seinen 100. Geburtstag feiert. In den bereits 25 Jahren ihrer Präsenz beförderte Ryanair rund 3,7 Mio. Passagiere von und nach Salzburg sowie mehr als 40 Millionen von und nach Österreich insgesamt, betonte Andreas Gruber, Generalmanager bei Lauda Air, einer Tochter der Ryanair. Ganghofer betonte immer wieder die Wichtigkeit der Ryanair für den Flughafen Salzburg und seinen Einzugsbereich und wünscht sich zum Jubiläum noch viel mehr Verbindungen in grosse europäische Städte - nicht nur mit Ryanair, denn eine Verbesserung der Konnektivität fördert das Wachstum nicht nur des touristischen Verkehrs, sondern trägt auch zur Schaffung von Tausenden Arbeitsplätzen im ganzen Bundesland bei.
Ryanair fliegt seit 25 Jahren ab österreichischen Zielen und hat in dieser Zeit rund 40 Millionen lokale Passagiere transportiert. In Salzburg, dem Ort ihres Eintritts in den österreichischen Markt, feierte sie vor der Presse das silberne Jubiläum ihrer Präsenz mit einem Rückblick auf die geleisteten Dienste im Luftverkehr der Alpenrepublik sowie einer gewohnt angriffigen Breitseite gegen die Luftverkehrssteuern und Gebühren in der Alpenrepublik (Franz Zussner, Salzburg, 23.4.2026).
Ryanair in Österreich
Neben Salzburg mit seinen Top-Destinationen London STN und Dublin sowie Sommerzielen in Griechenland, Spanien und Italien wurden ab 2002 auch die österreichischen Regionalflughäfen Graz und Klagenfurt von Ryanair bedient. In Graz gab es bis zu vier wöchentliche Flüge nach London STN, die im November 2012 eingestellt wurden. In Klagenfurt kam es sogar zur Bildung eines kleinen Ryanair-Hubs. Zu den Flügen nach London STN kamen 2004 / 2005 weitere Destinationen dazu, nämlich Rom Ciampino und Frankfurt (Hahn). Während Rom CIA im Incoming stellenweise ganz gut gebucht war, konnte Frankfurt Hahn, damals ein grosser Ryanair-Hub, leider nicht punkten. Es gab in Frankfurt-Hahn eigentlich nur gute Anschlüsse ins Ryanair-Netz, hingegen musste man für die meisten anderen Destinationen rund 120 Kilometer zum Flughafen Frankfurt Rhein/Main oder dem Zentrum der Main-Metropole anreisen und das war gelinde gesagt mehr als mühsam. So wurden die Flüge von Klagenfurt nach Rom CIA nach kurzer Zeit eingestellt und auch Frankfurt-Hahn wurde im Jahre 2020 in Folge der Auflassung des dortigen Ryanair-Hubs eingestellt. Aktuell fliegt Ryanair noch dreimal wöchentlich von KLU nach London STN und im Sommer mehrmals wöchentlich nach Palma/Mallorca und Alicante. Linz wird seit Herbst 2024 zweimal pro Woche mit London STN verbunden. Am Flughafen Wien errichtete Ryanair im Jahre 2018 einen Hub mit der Stationierung von bis zu 19 Maschinen, zumeist Airbus A320 der Tochter Lauda Air. Durch die Kontroverse um die gehassten Flugverkehrssteuern wurden und werden sukzessive einige Maschinen abgezogen und nach Bratislava überstellt.
Luftverkehrssteuern behindern Wachstum
Bei aller Freude über das Jubiläum kritisiert Ryanair CEO O`Leary seit vielen Jahren die hohen Luftverkehrsabgaben inklusive Flugsicherungs- und Flughafengebühren in Österreich. Diese «stupid-taxes», wie sie O`Leary nennt, sind seiner Meinung nach aus der Zeit gefallen und verhindern ein Wachstum seitens Ryanair in Österreich. Deutschland und Österreich haben die höchsten Luftverkehrssteuern in Europa, während Länder wie Schweden, Slowakei, Ungarn diese Gebühren abgeschafft haben und andere drauf und dran sind, diese Gebühren auch abzuschaffen oder wenigstens umfassend zu reduzieren. Auch Deutschland hat bereits angekündigt, sie zu reduzieren, während Österreichs Regierung nicht daran denkt, dies zu tun, so Ryanair Boss O`Leary.
Ryanair hat Salzburg gerade mal vier Monate zuvor in ihr wachsendes Streckennetz aufgenommen, als die noch in der ursprünglichen Bemalungsvariante fliegende Boeing 737-8AS EI-CSF ihre Parkposition zum Rückflug nach London Stansted verlässt. Noch trägt der im Mai 2000 gebaute Jet keine Winglets (Lukas Lusser, Salzburg, 19.8.01).
Reduzierung von Flugzeugen
Schon einige Male sind O`Leary und Andreas Gruber (Managing Director Lauda Air) zur Vorsprache bezüglich der Abschaffung der Luftverkehrssteuern beim österreichischen Regierungschef Christian Stocker und Verkehrsminister Peter Hanke gewesen, konnten diesbezüglich aber keine Zusage erhalten.
Diese lächerlichen 12 Euro pro Passagier spülten knapp 150 Mio. Euro pro Jahr in die Kasse des Finanzministers, da seien die Kosten für die Administrierung beinahe höher als die Abgabe, so O`Leary spöttisch. Österreich ist nach wie vor eines der wenigen europäischen Länder, das sein Verkehrsaufkommen vor Covid nicht wieder erreicht hat. Der österreichische Flugverkehr wird 2026 aufgrund der Luftverkehrssteuer sogar schrumpfen, so der Ryanair Gründer. Der Flughafen Wien prognostizierte zudem letzte Woche einen Rückgang der Passagierzahlen um 10 % im Jahr 2026 auf unter 30 Millionen Passagiere. Anstatt Steuern zu senken, um den Verkehr, den Tourismus und die Beschäftigung in Österreich anzukurbeln, verteidigen «Sleepy Stocker» (Bundeskanzler) und «Hopeless Hanke» (Verkehrsminister), Zitate O`Leary, weiterhin die schädliche Steuer, die Fluggesellschaften dazu veranlasse, Flugzeuge und Wachstum aus Österreich in kostengünstigere Märkte wie die Slowakei und Italien zu verlagern, betonte O`Leary wiederholt und plakativ wie von ihm gewohnt.
Flughafen Bratislava (BTS) als Profiteur
Bereits im Vorjahr hat Ryanair fünf Flugzeuge von Wien abgezogen im benachbarten Bratislava (BTS) stationiert. Wizz Air hat sich mit Ende März 2026 vollständig aus Wien verabschiedet. Auch hier ist der Flughafen von Bratislava (BTS) Nutzniesser der Situation. So wird der slowakische Hauptstadtflughafen nach und nach zum Hotspot für die Low Cost-Airlines, die sich aus Wien zurückgezogen haben. Gerade deshalb verzeichnete der Flughafen Bratislava bereits am 28. April 2026 mehr als eine Million Passagiere, die ansonsten erst Mitte Juli eines Jahres erreicht werden konnten - Ryanair und Wizz Air sei Dank.
Es gibt noch Hoffnung
Sollte die Luftverkehrssteuer in der Höhe von 12 Euro abgeschafft, die Flugsicherungsgebühren und die Flughafen Wien Gebühren gesenkt sowie Incentives in VIE wieder eingeführt werden, ist Ryanair bereit, eine Milliarde US Dollar zu investieren und das Passagieraufkommen in Österreich in den kommenden fünf Jahren auf 12 Millionen Passagiere pro Jahr zu steigern. Sie würde so das Verkehrsaufkommen an Österreichs Regionalflughäfen um 150 Prozent erhöhen, so O`Leary. Ob seine Rute ins Fenster etwas bewirken wird, sei aber dahingestellt.