Willie Walsh übernimmt bei IndiGo als CEO

02.04.2026    Quelle: Aerospace Global         

Die derzeit grösste Airline in Indien erhält einen renommierten neuen CEO. Anstelle des zurückgetretenen Pieter Elbers übernimmt Willie Walsh den Posten des Chief Executive Director. Walsh ist in der Branche bestens bekannt, dank seinem Werdegang, der ihn vom Pilotenanwärter bei Aer Lingus bis an die Spitze des Airline-Dachverbandes IATA führte. Er war CEO bei Aer Lingus' spanischer Chartertochter Futura, dann bei Aer Lingus und von 2005 bis 2011 bei British Airways. Danach war er als CEO bei der International Airlines Group (IAG). Die IAG besitzt als Holding unter anderem British Airways, Iberia und Aer Lingus. Seit 2020 und noch bis Mitte 2026 amtet Walsh als Director General bei der International Air Transport Association (IATA). Als letzter Arbeitstag bei der IATA ist offenbar der 31. Juli 2026 geplant. Nur drei Tage später soll Walsh sein neues Amt bei IndiGo antreten.

Der bisherige CEO von IndiGo, Pieter Elbers, trat vor rund drei Wochen zurück. Als wichtigster Grund für Elbers' Rücktritt wird das operationelle Chaos angeführt, das bei IndiGo nicht zuletzt aufgrund der rapiden Expansion herrscht. Gegen Ende 2025 geriet IndiGo ins Fadenkreuz der indischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC, da wegen mangelhafter Planung der Personaleinsätze sehr viele Flüge gestrichen werden mussten. Zu schaffen machen der Airline aber auch die geopolitischen Spannungen im mittleren Osten. Die mit Boeing 787-9 von Norse Atlantic durchgeführten Langstreckenflüge nach Europa müssen aktuell weite Umwege bis über den afrikanischen Kontinent nehmen. Dort wiederum fehlen teilweise die Genehmigungen zum Überflug gewisser Länder, sodass einige Kurse nach mehreren Stunden umkehren mussten. Der Verkehr in Richtung Zentralasien ist aus ähnlichen Gründen komplett zum Erliegen gekommen.

Der Airbus A321-252NX VT-NCR gehört zu den jüngeren Mitgliedern der IndiGo-Flotte, die mit CFM-Triebwerken ausgerüstet sind. Sie ersetzen laufend ältere Maschinen mit den weiterhin problematischen PW-Triebwerken (Joel Vogt, Phuket, 16.12.25).

Mit mehr als 400 Flugzeugen in der Flotte ist IndiGo heute die grösste Airline in Indien. Mehr als 370 Airbus A320 und A321 decken rund 65 % des kommerziellen Flugverkehrs in Indien ab und verbinden das seit 2023 bevölkerungsreichste Land der Welt auch mit vielen weiteren Destinationen. Hinzu kommen über 40 ATR-72 für den Inlandverkehr sowie die sechs von Norse Atlantic gemieteten Boeing 787-9. Nach wie vor ist IndiGo dabei, die mit Triebwerken von Pratt-Whitney betriebenen Airbus A320-271N und A321-271N durch Exemplare mit Triebwerken der Marke CFM zu ersetzen. Aus der Sicht von IndiGo ist zu hoffen, dass mit der pragmatischen und doch zuweilen harten Führung von Willie Walsh wieder Ruhe einkehren wird.

Willie Walsh - ab August 2026 neuer CEO von IndiGo Airlines (Foto: IATA).