Happy Birthday Lufthansa

01.04.2026             

Am 6. April 1926 entstand aus dem Zusammenschluss des Deutschen Aero Lloyd und der Junkers Flugverkehr die Deutsche Luft Hansa in Form einer Aktiengesellschaft, die gleichentags ihren Erstflug auf der Strecke Berlin - Halle - Erfurt - Stuttgart - Zürich/Dübendorf durchführte, weshalb am kommenden 6. April 2026 im Andenken an diesen Erstflug die in Jubiläumsfarben gestaltete Boeing 787-9 einen Sondereinsatz nach Zürich absolvieren wird. 

Die Deutsche Luft Hansa baute in der Vorkriegszeit ein Streckennetz auf, das nicht nur Europa umfasste, sondern auch Ziele in Südamerika und China umfasste, die vorerst aber nur mit Postflügen bedient wurden. In den 1930er Jahren geriet das Unternehmen aber zunehmend in den Sog des Nazionalsozialistischen Regimes, das die Luft Hansa zunehmend dem Reichsluftfahrtministerium unterstellte und für militärische Transportzwecke nutzte. Aus diesem Grund wurde das Unternehmen nach Kriegsende als kriegsunterstützendes Unternehmen von den Aliierten verboten und liquidiert.

Mit dem Wiedererlangen der deutschen Lufthoheit am 1.4.1955 war der Weg zu einem Neustart frei, und gleichentags nahm die bereits zwei Jahre zuvor aus der Taufe gehobene Luft AG unter dem Markennamen Lufthansa, den sie 1954 hatte kaufen können, den Betrieb auf. Der Erstflug wurde mit einer Convair 440 Metropolitan auf der Strecke Hamburg - Frankfurt durchgeführt. Bereits wenige Wochen später, am 8. Juni 1955, folgte der erste Langstreckenflug, durchgeführt mit einer Lockheed L-1049 Super Constellation von Hamburg via Düsseldorf, Shannon und Reykjavik nach New York. Mithilfe dieser beiden Flugzeugtypen, die weltweit zu den prägendsten Modellen der Nachkriegsjahre zählten, baute Lufthansa ihr Europa- und Interkontinentalnetz schrittweise wieder auf.

Happy Birthday Lufthansa: Zum 100-jährigen Markenjubiläum erhielt die werksneue Boeing 787-9 Dreamliner D-ABPU bereits bei Boeing Charlotte die Jubiläums-Sonderbemalung. Zu dieser gehört neben dem übergrossen Kranich auf dem Rumpf auch die beiden weiss lackierten Tragflächen, die ihm Flügel verleihen und dem Design auf clevere Art zu einem dreidimensionalen Effekt verhelfen. Es ist zu hoffen, dass das gelungene Design auch über das Jubeljahr hinaus in Gebrauch bleibt (Jens Brokuf, Frankfurt, 8.3.26).

Schon 1960 konnte Lufthansa mit der Auslieferung der ersten vier Boeing 707-430 den Einstieg ins Jetzeitalter begehen. Wiederum führte der Erstflug von Hamburg via Frankfurt nach New York. Schnell stiessen weitere Boeing Jets zur Flotte, zunächst 20 Boeing 707-330B/C für Langstrecken, acht Boeing 720B für Mittelstrecken und 27 Boeing 727 der kurzen Version -100 für Europastrecken. Als Erstbesteller des inzwischen bei weitem erfolgreichsten Musters des amerikanischen Herstellers erwarb Lufthansa zudem ab Ende 1967 ihre ersten Boeing 737, zunächst in der kleinsten je gebauten Version -100, von der Lufthansa mit 22 Einheiten zugleich der grösste Kunde blieb. Bei Lufthansa offiziell CityJet genannt, intern und extern aber bald aufgrund eines Kinderbuches als «Bobby» bekannt, prägte die Boeing 737 mit insgesamt 156 Einheiten der Versionen -100 (22 Stück), -200 (48), -300 (46), -400 (7) und -500 (33) während Jahrzehnten die Kurzstreckenflotte der Hanseaten.

Während Lufthansa zunächst für fast zwanzig Jahre Boeing als Hauslieferanten treu blieb - einzig beim Kauf von elf DC-10-30 in den frühen 1970er Jahren folgte Lufthansa einem Angebot eines Konkurrenten - vollzog sich ab 1977 ein schrittweiser Wechsel zum europäischen Lieferanten Airbus Industrie. Zunächst waren es «nur» sechs Airbus A300B2 und fünf A300B4, dann folgten ab 1982 25 Airbus A310, ab 1987 dann 15 Airbus A300-600 und schliesslich ab 1989 die ersten Flugzeuge der Airbus A320-Familie, die inzwischen bereits in zweiter Generation in Form der A320neo/A321neo bei Lufthansa fliegen und die Boeing 737 verdrängt haben.

oben: Als erster Jet der Lufthansa wurde die Boeing 707-430 D-ABOB «Hamburg» am 2. März 1960 ausgeliefert. Am 17. März führte sie den ersten kommerziellen Einsatz mit einem Flug von Hamburg via Frankfurt nach New York durch (Karl Freund, Zürich, August 1974).

unten: Wie extra für das Bild arrangiert legt sich die Boeing 747-430 D-ABVL der Lufthansa über dem bekannten «Checkerboard Hill» (Schachbrett-Hügel) am Rande von Kowloon in eine enge Rechtskurve, um den Gleitpfad zu verlassen und nach Sicht auf die Piste 13 am Flughafen Kai Tak einzudrehen. Dabei diente den Crews in der Regel der Fussballplatz einer unterhalb des Hügels gelegenen Schule als Markierung für den idealen Punkt, um die Kurve einzuleiten (Lukas Lusser, Hongkong Kai Tak, 28.11.97).

Auf der Langstrecke wartet Lufthansa mittlerweile sehnlich auf die ursprünglich auf 2020 versprochenen Boeing 777X, um die durstigen und in die Jahre gekommenen Vierstrahler der Typen Airbus A340-300, Boeing 747-400 sowie Airbus A380 zu ersetzen, die derzeit fast schon als weltweiter Anachronismus immer noch in grosser Zahl für den Kranich fliegen. Mit der angelaufenen Auslieferung der Boeing 787-9 Dreamliner sowie der bevorstehenden Lieferung der ersten von 15 bestellten Airbus A350-1041 wird die zukünftige Langstreckenflotte grundlegend modernisiert und zweistrahlig daherkommen.

Zum 100-jährigen Jubiläum der Lufthansa - zumindest des Markenauftritts unter diesem Namen - haben wir 100 historische und aktuelle Bilder in einer Galerie vereinigt. Folgen sie dort dem Kranich auf seiner Reise durch 100 Jahre.