Austrian Airlines: Ergebnis 2025 und Ausblick 2026
15.03.2026 Quelle: Franz Zussner, Korrespondent Österreich
Geopolitische Krisen und damit verbundene wirtschaftliche Unsicherheiten, hohe Kosten am Luftverkehrsstand Österreich (Gebühren und Steuern) schmälern den Gewinn von Austrian Airlines, betonte CEO Annette Mann auf der Bilanz PK in der AUA Zentrale am Flughafen Wien. Bei einem Gesamtumsatz von rund 2,5 Mrd. Euro (+3%) erzielte die LH-Tochter einen Gewinn (EBIT) von 84 Mio. Euro (+15%). Die Marge, eine wichtige Kennzahl betriebswirtschaftliche Kennzahl, lag bei 3,2 % und damit deutlich unter dem europäischen Margendurchschnitt von ca. 6,8 Prozent.
Als Gründe für die schlechte Marge nennt die AUA Chefin die hohen Standortkosten in Österreich, die etwa doppelt so hoch wie im EU Durchschnitt sind. Österreich ist nach Deutschland das zweitteuerste Land Europas. Das zu ändern und damit Investitionen zu sichern, um im intensiven Wettbewerb mit anderen Hubs und Airlines bestehen zu können braucht es eine höhere Ertragskraft, eine Standortentlastung sowie auch eigene Strukturen effizienter zu machen. Hier sind besonders die Politik und die relevanten Luftfahrt-Partnern, insbesondere der Flughafen Wien stark gefordert, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen und den Standort in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, betonte Annette Mann nachdrücklich. Mit knapp 15 Mio. Passagieren (+3%) eine Auslastung (Passagierfaktor) über 81,6 Prozent, einer Regelmässigkeit über 99% war die AUA 2025 die drittpünktlichste Airline in Europa.
Mit der angestrebten Flottenvereinfachung wird Austrian Airlines im Europaverkehr zur Betreiberin einer reinen Airbus A320-Family-Flotte, wobei die bisherigen A320/A321ceo sukzessive durch neu zulaufende A320/A321neo mit CFM Leap-Triebwerken ersetzt werden (Franz Zussner, Wien, 7.11.19).
Binnenflugverkehr, Flotte, Ausblick 2026
Die Airline befindet sich gerade im umfangreichsten Flottenrollover ihrer Geschichte. Alle Embraer 195 werden ausgeflottet, denn zukünftig liegt der Fokus auf einer reinen Zwei-Flotten Strategie, nämlich B787-9 auf der Langstrecke und A320/321neo auf der Kurz- und Mittelstrecke. Für den Binnenflugverkehr (Graz, Klagenfurt, Innsbruck) ist die A320 Familie zu gross und diese Strecken wurden daher im Wet-Lease mit ATR72-600 der schwedischen Braathens Regional geflogen. Infolge der Insolvenz der Schwester Braathens International Airways kündigte die AUA umgehend den Wet-Lease-Vertrag mit Braathens Regional Mitte Dezember 2025. Es kam daher teilweise zu Flugausfällen im Binnenflugverkehr. Noch können die restlichen Embraer 195 den Binnenflugverkehr aufrechterhalten bis sich andere Lösungen mit Wet-Lease-Partnern ergeben, viel Zeit bleibt aber nicht.
Dass der Binnenflugverkehr keine «Cash-Cow» ist, pfeifen ja nicht nur die Finken von den Dächern. Mit der Eröffnung des Semmering-Basis-Tunnels Ende 2030 wird der Flugverkehr von Graz nach Wien (Ultrakurzstrecke) eingestellt. Allen Widerständen zum Trotz wurde diese Massnahme während der Pandemie vertraglich vereinbart, so die AUA-Chefin. Zur Langstreckenflotte gesellen sich noch dieses Jahr drei weitere B787-9, die erste davon bereits im Mai, die anderen beiden Ende dieses Jahres. Sechs A320neo verstärken ebenfalls noch dieses Jahr die Kurz- und Mittelstreckenflotte. Nach dem umfangreichen Flottenwechsel wird die gesamte AUA-Flotte in wenigen Jahren aus zwölf B787-9 und 46 A320/321neo bestehen, also rund 10 Jets weniger als aktuell. An der Beschäftigtenzahl, derzeit 6054, wird sich aber kaum etwas ändern, so CEO Annette Mann.
Auf Verbesserungen für die Fluggäste wird ebenfalls der Fokus gerichtet. Neue Loungeflächen (5.000 m²) in der Terminal 3 Süderweiterung am Flughafen Wien, geplante Inbetriebnahme Mitte 2027, Erweiterung der Premium Economy Class sowie pünktlich zum 70. Geburtstag der AUA im September 2027, sind neue Uniformen für die Belegschaft geplant. «The friendly way to fly» oder «we fly for your smile» steigert u.a. nicht nur die Zufriedenheit der Fluggäste, sondern bringt auch immer wieder Awards von Skytrax, wie zum Beispiel als «Best Airline Staff Service in Europe» erhalten 2025 und 2023. Darüber hinaus wurden die AUA-Cabin-Crews auch auf Platz 1 in Europa sowie unter die Top 20 weltweit gewählt.
Gestärkt soll vor allem das AUA-Drehkreuz Wien, ferner Arbeitsplätze am Standort um langfristige Investitionen sicher zu stellen u.v.m. Die Arbeit am Luftverkehrsstandort Österreich damit die «Rot-Weiss-Rote Heckflosse» weiterhin am Hub-Wien sichtbar bleibt, betonte die AUA Chefin explizit.