Brussels Airlines halbiert den Gewinn

06.03.2026    Quelle: BelgaNews         

Brussels Airlines (SN/BEL) meldete für 2025 einen starken Gewinnrückgang, obwohl die Fluggesellschaft mehr Passagiere beförderte und die Anzahl der Flüge erhöhte. Die belgische Fluggesellschaft blieb dennoch zum dritten Mal in Folge operativ profitabel. Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) ist jedoch im Vergleich zum Kalenderjahr 2024 auf 28 Millionen Euro um die Hälfte gefallen.

Im Jahr 2025 erweiterte die Fluggesellschaft ihre Kapazitäten wie geplant. Es wurden mehr als 68'500 Flüge durchgeführt, ein Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Passagierzahlen stiegen um 10 Prozent auf über 9,1 Millionen. Der Umsatz wuchs um 7 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.
Trotz dieses Wachstums beeinträchtigen mehrere Störungen die Rentabilität. Die Fluggesellschaft teilte mit, dass nationale Gewerkschaftsstreiks siebenmal Flüge unterbrochen hätten, was etwa 15 Millionen Euro kostete. Es gab ausserdem Drohnensichtungen und einen Cyberangriff am Flughafen Brüssel, was weitere betriebliche Probleme verursachte.

 

An einem sonnigen Sommermorgen landet der Airbus A320-214 OO-SNH auf der Piste 01 seiner Heimbasis Brüssel Zaventem. Er ist seit Mitte Juni 2016 Teil der Flotte des belgischen Flagcarriers. Zuvor stand er über elf Jahre beim spanischen Lowcoster Vueling als EC-IZD im Einsatz (Francesco Frasa, Brüssel, 8.8.22).

Weitere Probleme betrafen die Langstreckenflotte der Fluggesellschaft: Einige Flugzeuge wurden aufgrund geplanter und ungeplanter Wartung länger als erwartet gegroundet. Laut Muttergesellschaft Lufthansa kosteten diese Probleme etwa 19 Millionen Euro, teilweise weil die Fluggesellschaft ein weiteres Langstreckenflugzeug leasen musste.

Die Langstreckenflotte von Brussels Airlines besteht aktuell aus elf Airbus A330-300, darunter der A330-343E OO-SFX, welcher seit März 2016 beim belgischen Flagcarrier im Einsatz steht (Francesco Frasa, Brüssel, 8.8.22).

Geschäftsführerin Dorothea von Boxberg sagte, das Unternehmen sei trotz der Rückschläge widerstandsfähig geblieben. Sie fügte jedoch hinzu, dass die Fluggesellschaft «stärkere Gewinne benötigt, um Investitionen in neue Flugzeuge, bessere Dienstleistungen und verbesserte Konnektivität für Belgien zu finanzieren».

Die Fluggesellschaft strebt eine Betriebsmarge von 8 Prozent an, um diese Investitionen zu unterstützen. Im Jahr 2025 sank die Marge nun aber auf 1,7 Prozent, gegenüber noch 3,8 Prozent im Jahr 2024.

Finanzchefin Nina Öwerdieck sagte, das Jahr sei «eindeutig ein Rückschritt», aber das Ziel bleibe unverändert. Die Fluggesellschaft hofft, ihre Ergebnisse im Jahr 2026 markant zu verbessern und auf ihren Weg zum Ziel der 8-Prozent-Marge zurückzukehren.