Cathay Pacific feiert 80-Jahr-Jubiläum mit einem «Salatbrötchen»

06.01.2026    Quelle: Cathay Pacific         

Am 6. Januar 2026 hat Cathay Pacific Airlines mit der offiziellen Vorstellung eines ersten Retro-Jets den Auftakt zu ihrem 80-jährigen Jubiläum gefeiert. Die von der englischen Swire-Group am 24. September 1946 gegründete Airline der einstigen britischen Kron-Kolonie Hongkong begeht dieses Jubiläum unter dem Motto «80 Years Together» respektive «80 Jahre gemeinsam» mit diversen Aktionen und Aktivitäten. Dazu gehört auch die Rückkehr der weitherum bekannten, grün/weissen Bemalung, die Cathay Pacific in den Anfängen des Jetage auf ihren ersten Jets trug, angefangen mit Boeing 707 und Convair 880. Die fast schon etwas despektierlich als «Salatbrötchen» bezeichnete Bemalung erhielt ihren Übernamen durch die Heckgestaltung, bei der der Urheber des Namens wohl eine grüne Lage Salat zwischen zwei weissen britischen Toastscheiben erkannt haben will.

oben: In der Visualisierung der Cathay Pacific Airlines sind die Retro-Flugzeuge Airbus A350-900 B-LRJ und Boeing 747-867F B-LJE über der Stadt an der Perlflussmündung zu sehen (Visualisierung Cathay Pacific, 16.12.25).

unten: Anlässlich der offiziellen Präsentation des Airbus A350-941 B-LRJ im Retrolook strahlt die Crew zusammen mit dem Management der Fluglinie (Chief Operations and Service Alex McGowan vierter von links, rechts anschliessend Chief Commercial Operations Lavinia Lau, Chairman and Executive Officer Ronald Lam und Chief Financial Officer Rebecca Sharpe) mit dem «Salatbrötchen»-Design um die Wette. Gleich anschliessend führte die B-LRJ als CX870 ihren ersten kommerziellen Einsatz nach San Francisco durch (Cathay Pacific, Hongkong Chep Lap Kok, 6.1.26).

Die unter Luftfahrtenthusiasten beliebte Bemalung blieb bis kurz vor der Übergabe Hongkongs an die Volksrepublik China am 1. Juli 1997 in Gebrauch und zierte nach den Jets der ersten Generation auch die Boeing 747-200, -300 und -400 ebenso wie die Lockheed L-1011 TriStar der Cathay Pacific. Im Rahmen des Jubiläums kehrt das Design nun in leicht gewandelter Form auf vorerst zwei Retrojets an den Himmel zurück. Als erste wurde am 6.1.26 der Airbus A350-941 B-LRJ, der auch in Zürich regelmässig zu Gast ist, in seiner Sonderbemalung vorgestellt. Im Gegensatz zum Originaldesign ist nun auch die Rumpfunterseite weiss bemalt, was dem Korrosionsschutz geschuldet ist, den Airbus grundsätzlich nur für bemalte Oberflächen garantiert (die Airbus A300 der American im Metallic-Look der 1990er Jahre mussten damals aufwendig dafür nachzertifiziert werden, mit einer «nackten» metallischen Oberfläche zu fliegen). Auch die Titel sind deutlich grösser aufgebracht als beim Originaldesign, und es fehlt auch das rot/weisse Logo der Swire Pacific-Group, die ab 1948 und bis zum Ende des «Salatbrötchen»-Looks mit bis zu 70% gehaltener Aktien die dominierende Anteilseignerin der Cathay Pacific war. Darüber hinaus ist das gross auf dem hinteren Rumpf angebrachte Jubiläumslogo zu erwähnen, das die Zahl 80, gezeichnet durch den Kondensstreifen eines Flugzeugs zeigt.

Cathay Pacific wird in den kommenden Wochen zudem auch eine ihrer Boeing 747-8F-Frachter im selben Design auf die Strecke schicken, gemäss Visualisierungen der Airline voraussichtlich die B-LJE. In diversen Aviatikforen macht zudem die Ankündigung die Runde, dass im Laufe des Jahres auch noch eine Boeing 777-300ER im Retrolook zur Jubiläumsflotte stossen soll, was aber bislang offiziell nicht kommentiert wurde.

oben: Aus dem Transitbereich des alten Flughafenterminals in Kai Tak noch mit grobkörnigem Fuji-Diafilm fotografiert: Die soeben gelandete Lockheed L-1011 TriStar 1 VR-HHV rollt zu ihrer Abstellposition. Sie war eine von 19 Einheiten des Typs bei Cathay Pacific. Ursprünglich für die britische Charterairline Court Line gebaut, stiess sie 1977 zur Flotte (Lukas Lusser, Hongkong Kai Tak, 12.4.1984).

unten: Natürlich darf ein Bild eines «Salatbrötchens» im legendären Anflug auf Kai Tak nicht fehlen. Normalerweise waren die Piloten der Cathay Pacific aber dermassen routiniert im Anflug auf die Piste 13 des alten Hongkonger Flughafens, dass sie ihre Jets an dieser Stelle längst stabilisiert und gerade ausgerichtet hatten. Offenbar war die Crew der Boeing 747-267B VR-HKG - man beachte die zur Heimatbasis passende Immatrikulation - für einmal etwas später als üblich dran mit der «Checkerboard»-Kurve, so dass sich ihr Jumbo Jet nur noch etwa 20 Sekunden vom Aufsetzpunkt entfernt in eindrücklicher Kurvenlage präsentiert (Lukas Lusser, Hongkong Kai Tak, 1.12.96).

80 Jahre im Überblick

Nach den bescheidenen Anfängen als Charterairline mit zwei DC-3 wuchs Cathay Pacific schon in ihren ersten Betriebsjahren relativ schnell zu einer regionalen Linienfluggesellschaft heran, die zunächst mit Lockheed L-188 Electra die Destinationen Shanghai, Manila, Bangkok, Singapur sowie später mit Einführung der ersten Convair 880 auch Sydney bediente. Das Netz wuchs zunächst im südostasiatischen Raum, etwa mit Strecken nach Osaka, Fukuoka und Nagoya in Japan. 

Zu Beginn der 1980er Jahre wagte Cathay dann den Schritt nach Europa und flog zunächst mit neu in Dienst gestellten Boeing 747-200B von Hongkong nach London-Gatwick und bald auch Frankfurt am Main und Paris Orly. Weitere Ziele folgten nun in schneller Folge, so auch Zürich, das ab Ende der 1980er Jahre zunächst ebenfalls mit Boeing 747-200B, später auch Boeing 747-400, Airbus A340-200 und -300 sowie Boeing 777-300ER angeflogen wurde.

Zugleich nahm Cathay im Laufe der 1980er Jahre auch Passagier- und Frachtflüge über den Pazifik auf, wobei etwa Vancouver mit seiner grossen Population chinesisch-stämmiger Einwohner zu den ersten Zielen zählte. Bezeichnend für den Boom der Luftfahrt in Asien, von dem Cathay ebenso profitierte wie sie unter den gelegentlichen regionalen Wirtschaftskrisen Federn lassen musste ist der Umstand, dass Cathay bereits anfangs der 1980er Jahre über eine reine Grossraumflotte verfügte, wovon sie bis heute nicht abgerückt ist. Kleineres Fluggerät kam erst in den 1990er Jahren für Flüge zu sekundären Zielen in der Volksrepublik China hinzu, die durch die 100% Tochtergesellschaft Dragonair, später Cathay Dragon, mit Airbus A320 durchgeführt wurden.

Anfangs der 1990er Jahre begann Cathay Pacific mit einer umfassenden Flottenerneuerung. Die Lockheed L-1011 TriStar, die auf innerasiatischen Strecken eingesetzt waren, wurden durch Airbus A330-300, Boeing 777-200 und Boeing 777-300 ersetzt, darunter mit der Boeing 777-200 B-HNL auch der Prototyp der Triple-Seven, der nach Erlangen der Typenzulassung zu einem regulären Passagierflugzeug nachgerüstet wurde. Die Boeing 747-200 und -300 der interkontinentalen Flotte wurden zunächst durch Boeing 747-400 ergänzt und später durch Airbus A340 (zunächst vier gemietete -200, später dann 21 grössere A340-300) ersetzt. Die im Betrieb nicht sehr kostengünstigen vierstrahligen A340 machten dann ab 2007 Platz für die Boeing 777-300ER, gefolgt vom Airbus A350-900 und -1000, der seit 2016 bei Cathay Pacific eingesetzt wird.

Die Rückgabe Hongkongs als Sonderverwaltungszone an die Volksrepublik China am 1.7.97 schlug sich bei Cathay Pacific primär in einer Neuausrichtung des Netzes auf mehr Flüge nach Festlandchina nieder, während auf diesen Märkten zugleich auch verstärkte Konkurrenz durch neue Low-Cost-Airlines in Erscheinung trat. Ausserdem zügelte sie mit der Eröffnung des neuen Flughafens Hongkong Chep Lap Kok weg von ihrer angestammten Heimatbasis Kai Tak, die zugleich geschlossen wurde. Dort setzte sich das Wachstum der Cathay weiter fort, und mittlerweile hat sie sich auch vom Schock der Pandemie, deren Auswirkungen Cathay wie andere chinesische Airlines besonders hart getroffen hatte, wieder erholt. Sie bedient heute über 190 Destinationen in 60 Ländern und fliegt mit einer Flotte von 163 Flugzeugen der Typen Airbus A330, A350, Boeing 747 (nur Cargo) und Boeing 777.