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Bei TAP fanden Mitte der Nullerjahre gleich zwei Umbrüche statt. Einerseits standen die seit Ende der 80er Jahre eingesetzten A310 kurz vor der Ausflottung, andererseits wurde die 1979 eingeführte Bemalung mit dem "tap"-Schriftzug in Kleinbuchstaben im Heck und dem dicken roten und dem dünnen grünen Streifen über die gesamte Rumpflänge abgelöst durch die bis heute bestehende Bemalung mit Grossbuchstaben in grün und rot. Der A310-304 CS-TEW zeigte sich im April 2006 noch in der alten Bemalung im Anflug auf Orly. Die neue Farbgebung erhielt er nicht mehr. Gut eineinhalb Jahre später verliess er die Flotte und diente danach noch knapp vier Jahre bei Air Transat, bevor er im Frühling 2013 in Mirabel verschrottet wurde.

Zwei Dutzend eigene Boeing 757-236 betrieb Iberia um die Jahrtausendwende, darunter kamen noch sieben von Air Europa eingemietete Exemplare. Die EC-HDU wurde im Februar 2000 übernommen und verliess den spanischen Flagcarrier acht Jahre später. Die nächsten knapp sechs Jahre stand sie bei Air Baltic als YL-BDC im Einsatz, ihr Karriereende verbrachte sie anschliessend in Russland bei Royal Flight als VQ-BTM, bevor sie Ende 2019 in Goodyear abgestellt wurde.

Bei einem Besuch in Paris Orly durfte man sich immer auf kleinere Überraschungen gefasst machen. So erschien beispielsweise auf dem Air Europa-Kurs anstelle der üblichen B737-800 auch mal die B767-33A(ER) EC-IQA. Die im Sommer 1994 an Sobelair ausgelieferte Maschine ist heute noch aktiv, mittlerweile als Paketfrachter für Amazon als N1997A.

EC-IQA

c/n: 27310

s/n: 545

Francesco Frasa 7.4.2006 ORY

Damals wie heute aktiv bei Iran Air ist der Airbus A300B4-605R EP-IBD, hier im Anflug auf Orly aufgenommen. Er wurde im Oktober 1993 als SX-BEL an Olympic Airways ausgeliefert und fand im März 2005 den Weg in die Flotte des iranischen Flagcarriers.

Eine traditionsreiche Marke in der französischen Luftfahrt war zweifellos die im Spätsommer 2019 verschwundene Aigle Azur. Bereits 1946 zum ersten Mal gegründet und 1955 an UAT (Vorgängerin von UTA) veräussert, erfolgt 1970 eine Neugründung unter dem Namen Lucas Air Transport, später Lucas Aigle Azur. Ab 2001 nennt sich die Airline nur noch Aigle Azur und konzentriert sich zunehmend auf den Verkehr zwischen Frankreich und Algerien, wobei sie auch vom Wegfall der zuvor stark in diesem Markt operierenden Khalifa Airways profitiert. Nebenbei werden auch weitere internationale Ziele bedient. Zur Flotte gehört im Frühling 2006 auch der aus Beständen von MyTravel Airways übernommene Airbus A321-211 F-GUAA. Er bleibt bis im Frühjahr 2014 bei Aigle Azur, daraufhin folgen als weitere Stationen AtlasGlobal (TC-ATY), Small Planet Germany (D-ASPD) und Air Moldova (ER-AXR), bevor er ab Frühjahr 2023 zum Frachter umgebaut wird und im Herbst 2025 zu FlyCAA nach Kongo Kinshasa ausgeliefert wird, wo er als 9S-AJM eingesetzt wird.

Im französischen Leisure-Langstreckengeschäft tätig war Corsair auch schon vor zwanzig Jahren. Zum damaligen Zeitpunkt waren nebst mehreren Boeing 747-400 auch ein Airbus A330-300 und zwei Airbus A330-200 Teil der Flotte. An den Zusatztiteln des A330-243 F-HCAT unter den Cockpitfenstern ist die Beteiligung des Reisekonzerns TUI zu erkennen, welche mit unterschiedlich hohen Anteilen der Aktien insgesamt fast zwei Jahrzehnte gedauert hat. Die F-HCAT stand übrigens von der Auslieferung im Juli 1999 bis zur Ausmusterung im Mai 2022 nur bei Corsair im Einsatz. Kurz darauf wurde er in St. Athan verschrottet.

Volare Airlines wurde 1997 gegründet und war zunächst im Charter- und später auch im Linienverkehr tätig. Im Zuge der Terroranschläge vom 11. September 2001 und den daraus resultierenden negativen Auswirkungen für die Luftfahrtindustrie entschied man sich für einen Strategiewechsel und trat ab Februar 2003 als Lowcoster unter dem Namen Volareweb auf. Nebst der eigenen Flotte wurde auch auf eingemietetes Fluggerät zurückgegriffen, so beispielsweise der Airbus A320-232 SX-BVC der griechischen Hellas Jet, welcher sich an diesem sonnigen Tag Anfang April im Anflug auf Orly zeigte.

SX-BVC

c/n: 2016

Francesco Frasa 7.4.2006 ORY

Tunisair betrieb Mitte der Nullerjahre drei A300B4-605R aus Beständen der Emirates, welche regelmässig auf der Rennerstrecke von Tunis nach Paris Orly zum Einsatz kamen. Die TS-IPB (ehemals A6-EKE bei Emirates) trug den Namen der tunesischen Hauptstadt und wurde Ende 2013 nach knapp 13 Dienstjahren ausgemustert.

Zum Fotografieren in CDG lohnte sich damals wie heute ein Besuch des Parkdecks des Terminals 1. Im Winterhalbjahr konnte nicht nur der auf den Taxiways vorbeirollende Verkehr, sondern auch jener auf den beiden Nordbahnen 9L/27R sowie 9R/27L abgelichtet werden, was sich schon ab den Frühlingsmonaten aufgrund des Hitzeflimmerns eher schwierig gestaltete. EVA Air bediente CDG damals mit ihren Jumbos wie die B747-45E B-16412, welche von Mai 1998 bis Juli 2017 beim Carrier aus Taiwan im Einsatz stand.

B-16412

c/n: 29112

s/n: 1159

Francesco Frasa 13.3.2006 CDG

Ende der 90er beschaffte sich China Southern Airlines fünf Boeing 777-21B/ER, eine weitere Einheit stiess 2004 hinzu. Die B-2062 und ihre Schwestermaschinen kamen unter anderem nach Paris-CDG zum Einsatz. Die kurzen Triple Seven verliessen Mitte der 2010er Jahre die Flotte, während längere B777-300ER übernommen wurden, welche bis heute im Dienst stehen. Die B-2062 flog danach noch wenige Jahre als VP-BJB bei Nordwind weiter, ehe sie im Juni 2017 in Goodyear abgestellt wurde.

B-2062

c/n: 27606

Francesco Frasa 13.3.2006 CDG
Bild 1851 - 1860 (von 2420)