Austrian Airlines trennt sich von der EMB 195-Flotte
27.12.2025 Quelle: Franz Zussner, Korrespondent Österreich
Ab sofort trennt sich die LH-Tochter AUA von ihren 17 Embraer 195 Jets und wird ihre Flotte vereinfachen und modernisieren. Diese Mitteilung war sogar für manche Insider eine Überraschung, kam aber doch nicht unerwartet. Durch den Tausch der alten Langstreckenjets der Typen B767 und B777 auf die moderne B787-9 und die Konzentration der Kurz- und Mittelstreckenflotte auf die A320-Familie ist eine völlig neue Strategie bei der AUA im Entstehen. Mit nur mehr zwei Flugzeugtypen wird die Wartung und der Betrieb viel einfacher und nicht mehr so aufwendig und spektakulär wie bei den vielen aktuellen Mustern. Die Embraer Jets wurden seinerzeit als Ersatz für die Fokker Flotte angeschafft und haben ab 2016 bis dato wichtige und gute Dienste geleistet, so die AUA. Von den insgesamt 17 Maschinen werden 13 an die Konzernschwester Air Dolomiti übergeben, die restlichen vier werden ab 2026 extern verkauft, so die AUA. Bis Ende 2028 soll der Ausmusterungsprozess abgeschlossen sein. Dann ist der Weg frei für eine effizientere Kostenstruktur.
Die Embraer 195 der Austrian Airlines stiessen zwischen 2016 und 2018 aus Beständen der Lufthansa CityLine zur Flotte. Nach rund zehnjähriger Einsatzdauer werden sie nun zwischen 2026 und 2028 innerhalb der Lufthansa Group an Air Dolomiti weitergereicht. Die meisten Embraer tragen noch die vormalige Bemalung der Austrian Airlines wie die OE-LWA, die inzwischen bereits abgestellt ist (Franz Zussner, Wien, 5.5.25).
Zusammenarbeit mit Braathens Regional Airlines (BRA) ab sofort beendet
Bis zu drei ATR-72-600 der BRA flogen bis dato im Wet-Lease für Austrian Airlines und bedienten aufkommensschwächere Strecken im Inland wie Graz und Klagenfurt, sowie u.a. Kosice, Leipzig und Belgrad im Ausland. Der A320 war dafür zu gross und unökonomisch, deshalb kamen die ATR 72 wie gerufen. Warum das plötzliche Ende der Zusammenarbeit, die eigentlich ganz gut funktionierte? Im September 2025 meldete das Schwesterunternehmen Braathens International Airways Insolvenz an und daher wollte man seitens der AUA kein Risiko eingehen und beendete Mitte Dezember 2025 die Zusammenarbeit, die eigentlich auch 2026 hätte fortgeführt werden sollen. Somit kommt es logischerweise zu Flugausfällen, die kurzfristig durch die Unterstützung der Schweizer Helvetic Airways aufgefangen wurden. Doch nicht alle Destinationen konnten so rasch wie erhofft ersetzt werden. Aus Klagenfurt und Graz kamen daher Beschwerden, dass Flüge plötzlich und unkommentiert ausfielen.
Aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens hat Austrian Airlines ihre Zusammenarbeit mit BRA Braathens Regional Airways per Dezember 2025 beendet, was das Überleben der der schwedischen Regionalflugliniekaum erleichtern wird. Bis zu drei ATR 72-600 wie die SE-MKF standen für Austrian im Inland und zu Zielen in Südosteuropa im Einsatz (Franz Zussner, Wien, 5.5.25).
A220-300 der Air Baltic als Ersatzlösung
Seit Sommerflugplan 2025 fliegen drei A220-300 der Air Baltic im Wet-Lease für AUA, um sukzessive die Embraer 195 zu ersetzen. Ab Sommer 2026 sollen weitere drei A220 der Air Baltic zur Flotte stossen und es wird sogar darüber nachgedacht, sie ganzjährig einzusetzen. Durch den sogenannten LH-Rahmenvertrag werden seit Sommer 2025 insgesamt 21 A220 von Air Baltic an verschiedenen Standorten, wie u.a. in Wien, München und Brüssel eingesetzt. Die A220 gelten als leisere Alternative zu den bisherigen Regionaljets und haben auch eine bessere Treibstoffeffizienz. An Bord gelten die Service-Standards von Austrian Airlines.