American Airlines gibt Einblick auf ihr 100-Jahre-Jubiläum
31.10.2025 Quelle: American Airlines
Noch fehlt American Airlines knapp ein halbes Jahr bis zum runden Jubiläum: Am 15. April 2026 jährt sich die Betriebsaufnahme zum 100. Mal, zu der niemand geringerer als der legendäre Flugpionier Charles A. Lindbergh an Bord einer Robertson DH.4 für das junge Unternehmen den ersten kommerziellen Postflug von St. Louis nach Chicago unter die Tragflächen nahm. Das Jubiläum wird das One-World-Gründungsmitglied aus Fort Worth, Texas, gebührend feiern. So stellte American Mitte Oktober das Jubiläumslogo mit der Zahl 100 und einem Adler vor, der seit Beginn das Firmenlogo des Unternehmens ziert. Das Jubiläumslogo soll breite Verwendung finden und auf Artikeln der Airline, auf allen digitalen Kanälen, in der Luft und bei Sponsorings prominent platziert werden.
oben: Ab November 2025 wird die Boeing 777-323ER N735AT der American Airlines als Auftakt zum 100-Jahre-Jubiläum ihrer Gründung, das am 15. April 2026 gefeiert wird, im ursprünglichen «Flagship»-Design aus der Gründerzeit der American Airlines fliegen. Die gezackte rote Linie in Form eines Blitzes war während rund 50 Jahren integraler Bestandteil der Firmenidentität (Visualisierung American Airlines, Oktober 2025).
unten: Die «Astrojet»-Bemalung wurde von American Airlines mit dem Markteintritt ihrer Boeing 707 eingeführt und fand somit bereits ab 1958 Verwendung. Während die ersten Jets noch mit Turbofan-Triebwerken der Bauart Pratt & Whitney JT3A als Boeing 707-123 in den Dienst gingen, erhielten sie bereits ab 1961 Mantelstromtriebwerke der verbesserten Bauart JT3D-1. Die Boeing 707-123B N7577A wurde bereits mit Triewerken der verbesserten Bauart ausgeliefert und im September 1967 in Betrieb genommen. Nach ihrer Ausmusterung im September 1981 wurde sie in Tucson auf der Davis Monthan AFB als Ersatzteilspenderin für die KC-135 Stratotanker der US Luftwaffe ausgeschlachtet (Karl Freund, Chicago-O'Hare, Oktober 1969).
Für Luftfahrtfreunde sticht unter den bevorstehenden Jubiläums-Aktivitäten jedoch insbesondere die Vorstellung eines weiteren «Retrojets» hervor. American Airlines pflegt bereits seit Januar 1999 die Tradition, einzelne Flugzeuge ihrer Flotte in historischen Anstrichen fliegen zu lassen, seit als erstes Exemplar eines solchen historischen Designs die Boeing 757-223 N679AN im «Astrojet»-Look des frühen Jetzeitalters auf Inlandstrecken und regionale internationale Routen geschickt wurde. Sie wurde bereits im Laufe des Jahres 2003 wieder in die damalige Standardbemalung mit breiten rot/weiss/blauen Zierlinien auf silbernem Rumpf zurück gestylt, doch folgten ihr bald weitere Retroflugzeuge. Neben diversen Boeing 737-800, die die Grundfarben und Logos der zahlreichen, durch Fusionen in American Airlines aufgegangenen Vorgängergesellschaften tragen, fliegt seit Herbst 2017 auch die Boeing 737-823 N905NN in einer abgewandelten Variante des «Astrojet»-Designs innerhalb Nordamerikas und der Karibik. Sie stand zwar jüngst als Folge einer Streifkollision mit einem Airbus A321 der AA während mehrerer Monate am Boden, fliegt aber seit Ende Sommer 2025 wieder im täglichen Einsatz.
oben: Das erste «Retrodesign» der American Airlines wurde noch vor der Jahrtausendwende auf der Boeing 757-223 N679AN angebracht, die von 1999 bis 2003 in der «Astrojet»-Bemalung aus der Anfangszeit des Jetzeitalters im Einsatz stand (Lukas Lusser, Miami, 1.3.99).
unten: Seit Juni 2017 fliegt die Boeing 737-823 N905NN von American Airlines in dieser an die Bemalung der 1960er-Jahre angelehnten Sonderbemalung. Von Dezember 2024 bis im Juli 2025 war sie allerdings nach einer Kollision mit einem Airbus A321 in Philadelphia zu Reparaturen abgestellt. Im Bild ist sie beim Start in Los Angeles zu sehen (Wolfgang Kaiser, Los Angeles International, 27.1.18).
Nun erhält die Retrojet-Familie im November 2025 Zuwachs durch ein Mitglied der Langstreckenflotte: American Airlines wird die Anfang 2016 gebaute Boeing 777-323ER N735AT im noch älteren «Flagship»-Design zu nationalen und interkontinentalen Zielen einsetzen. Dabei handelt es sich um die Farbgebung der American Airlines aus den 1930er Jahren, die mit der Einflottung der DC-3 auf den Transkontinentalstrecken eingeführt wurde. Sie wies bereits diverse von der späteren «Astrojet»-Bemalung her bekannte Elemente wie den polierten Rumpf, die gezackte rote Zierlinie oder die rote Ruderflosse im Heck auf. Ein kleiner Wermuths-Tropfen verbleibt jedoch für Fans der einst auf Hochglanz polierten «nackten» Metallrümpfe der American Airlines: Die Grundierung der Retro-Boeing 777 wird zum Schutz vor Korrosion in der aktuellen hellgrauen Farbe der American Airlines ausgeführt und nicht wie ursprünglich einen polierten, unbemalten Rumpf aufweisen, wie das Unternehmen in seiner Ankündigung ausdrücklich vermerkt. Zunächst geht die N735AT aber noch in die Wartung, wo sie eine neue Kabine erhält.