Lufthansa Lockheed L-1649A «Super Star» trägt wieder Originaldesign
09.08.2025 Quelle: Lufthansa
Das ehemalige Flaggschiff der Lufthansa, die Lockheed L-1649A Super Star, erstrahlt wieder in altem Glanz. Die Ikone der Lüfte von einst hat nun wieder das klassische Erscheinungsbild der 1950er-Jahre. In den vergangenen Wochen erhielt das Flugzeug am Flughafen Münster/Osnabrück eine komplett neue Lackierung. Die Arbeiten übernahm Altitude Paint Services (APS), wobei der Hamburger Hersteller Mankiewicz rund 500 Liter Speziallack kostenfrei zur Verfügung stellte.
Eine besondere Herausforderung war die Lackierung der legendären Parabeln als eines zentralen Elements des damaligen Lufthansa Designs. Die Lackierung erfolgte anhand historischer Unterlagen aus dem Unternehmensarchiv sowie der präzisen Lackierplanung der Abteilung Graphics Solutions von Lufthansa Technik in Hamburg.
Das zukünftige Ausstellungsstück, die Lockheed L-1649A Starliner D-ALAN, wurde im Januar 2025 in Münster/Osnabrück fertig restauriert und probeweise vollständig montiert. Man beachte etwa die funktionsfähige und eingeschaltete Beleuchtung (Positionslicht an der Tragfläche, Strobe auf dem Dach). Anschliessend wurden die Tragflächen sowie das Heck mit dem Leitwerk wieder demontiert, um einen Strassentransport zu ermöglichen (Jan Brandes/Lufthansa, Münster/Osnabrück, 17.1.25).
Bereits in der kommenden Woche wird die Super Star per Schwertransport zum Flughafen Frankfurt transportiert. Pünktlich zum 100. Gründungsjubiläum der ersten Lufthansa bildet sie dort vom Frühjahr 2026 an zusammen mit der legendären Junkers Ju 52 D-AQUI die Hauptattraktion des neuen Konferenz- und Besucherzentrums der Lufthansa Group.
Lufthansa über die Super Star
Im Jahr 1957 stiess die letzte und grösste Variante aus der Lockheed Constellation Typenfamilie, die Lockheed L-1649A Starliner, in einer Stückzahl von vier Einheiten zur Lufthansa Flotte (D-ALAN, D-ALER, D-ALOL und D-ALUB). Das von Lufthansa als «Super Star» bezeichnete Flugzeug erhielt dabei erstmals als exklusivste Reiseart die Senator-Klasse.
Schwerpunkt des Einsatzes war die Verbindung nach New York, die von der L-1649A in einem Nonstop-Flug über den Nordatlantik erreichbar war. Somit stellte das Flugzeug auch technisch gesehen eine Meisterleistung dar. Mit seinen vier Kolbenmotoren schloss sie das Kapitel der klassischen Propellerflugzeuge ab. Diese bis zu 17 Stunden dauernden Flüge starteten in Hamburg, wo sich auch die Instandhaltungsbasis befand. Die Super Star ist 35,42 Meter lang und hat Spannweite von 45,18 Metern, die Höhe beträgt 7,12 Meter.
oben: Das Anbringen der historischen Lufthansa-Bemalung an der Lockheed L-1649A D-ALAN, die mit Zierstreifen und ovalen Elementen etwas aufwendiger ist als das heute übliche euroweisse Design zahlreicher Flugzeuge erforderte einen grossen Aufwand und exakte Vorlagen anhand historischer Pläne und Zeichungen (Heinz Müller/Lufthansa, Münster/Osnabrück, 6.8.25).
unten: Das Ergebnis der Bemühungen kann sich sehen lassen: In der originalgetreuen Bemalung eines Lufthansa L-1649A Starliners, bei der Lufthansa «Super Star» genannt, wartet die D-ALAN auf ihren Strassentransport nach Frankfurt (Heinz Müller/Lufthansa, Münster/Osnabrück, 7.8.25).
Die Geschichte der restaurierten D-ALAN
Das nun restaurierte Flugzeug ist allerdings keine Original-Lufthansa-Einheit. Mit der Baunummer 1018 wurde sie im Juni 1957 als «Star of the Tigris» mit dem Kennzeichen N7316C an TWA ausgeliefert. Später flog sie bis Mitte der 1970er Jahre in Alaska als Frachter für die Ölindustrie, bis sie Maurice Roundy aus Lewiston, Maine kaufte. Er wollte drei Starliner als Werbeflugzeuge an Airshows und sonstigen Events nutzen und gründete hierfür die Maine Coast Airways. Das Vorhaben liess sich jedoch nie realisieren, und schliesslich kaufte Lufthansa zwei der in flugunfähigem Zustand erhaltenen Starliner, um einen davon, eben die cn 1018, zu restaurieren.
Das ursprüngliche Vorhaben, sie wieder flugfähig herzurichten und als Passagierflugzeug zu betreiben, scheiterte an zu hohen Kosten und faktisch unmöglich zu erfüllenden Sicherheitsvorschriften bei einem Einsatz im Passagierbetrieb. So wurde sie zerlegt per Schiff nach Deutschland transportiert und zunächst in Hamburg eingelagert, anschliessend nach Münster/Osnabrück überführt und dort als statisches Ausstellungsstück restauriert.